Die Besserwisser-Seite ;-)

Auf dieser Seite findet Ihr die Dinge, die bei uns gut klappen. An den anderen arbeiten wir noch!

Kreativität

Basteleien der Kinder

Wohin mit den Basteleien der Kinder? Es sammelt sich über die Jahre hinweg viel an!
In der Küche hängt bei uns eine Pinwand auf Kinderhöhe, an der alle neuen Werke angesteckt werden. Die Kinder dürfen die Sachen weiterverbasteln oder umdekorieren oder ... . Dadurch können sie sich noch einmal mit den Dingen beschäftigen, sie reflektieren. Irgendwann ist die Pinwand voll oder die Bastelei kaputt und wird nach einem (digitalen) Abschiedsfoto entsorgt. Auch die Legowerke oder Bügelperlen können geknipst werden, bevor die kleinen Geschwister sie zerstören. Das mindert den Verlust!

Basteln mit Kindern

Kinderarbeiten sollen wirklich von ihnen selbst gemacht werden: Der Weg ist das Ziel! Daraus folgt, daß die Kinder sich die Umrisse nicht nach einer Schablone vorzeichnen lassen, sondern selbst z.B. einen Drachen malen, den sie dann ausschneiden. Auch die Augen der gebastelten Tiere werden von den Kindern aufgemalt. Wer perfekte Ergebnisse für die eigene Wohnung haben möchte, soll selber basteln.

Basteln in der Gruppe

Wie motiviert man Kinder dazu, daß sie das anfertigen, was man selbst als Idee hatte? - Man muß thematisch arbeiten: Zuerst gibt es eine Einführungrunde zum Thema mit den Kindern im Kreis: ein Bilderbuch, eine selbsterfundene Geschichte, ein Stofftier, das mit den Kindern spricht usw. weckt ihr Interesse. Erst danach gibt man ihnen die Materialien und evtl. eine Vorlage in die Hand, damit sie selbständig weiterarbeiten können.
Verheerend hat sich meine Planung erwiesen, wenn ich zuerst die Technik wußte (z.B. Salzteig), und dann verzweifelt nach einer konkreten Bastelidee suchte. Andersrum gelingt es: Man sucht sich ein Thema (z.B. "Wind", "Mais" oder "Zirkus"), und überlegt dann, was man dazu mit welcher Technik basteln könnte.

Alltägliche Brennpunkte

Haarewaschen ohne Gebrüll?

Das Wasser läuft nicht in Augen und Ohren, wenn die Kinder den Kopf in den Nacken legen. Das kann man trocken auf dem Bett in entspannter Lage mit dem Kind erklären und üben, z.B. abends beim "Langen Tag". Außerdem kann man an der Badezimmerdecke über der Badewanne Bilder befestigen (z.B. einen Trecker oder eine Katze, je nach Interessenslage der Kinder). Geht es ans Haarewaschen, fordert man sie auf, nach dem Bild zu schauen und zu zeigen. (Eine andere Möglichkeit ist das Haarewaschen kopfüber über den Badewannenrand mit einem Waschlappen, den sich die Kinder vor die Augen halten können. Das fand ich als Kind zwar schrecklich, aber meine Kinder mochten es.)
PS: Shampoo "ohne Tränen" enthält Betäubungsmittel, die Augen werden also trotzdem von der Seife gereizt und nur die Schmerzweiterleitung blockiert.

Wartezeiten überbrücken

Kindern wird auch schon nach kurzer Zeit langweilig, z.B. wenn man bei der Post mal wieder ansteht, oder wenn der Friseur keine Kinderecke hat. Abhilfe schaffen ein Tuch und eine Schnur, die man gut mitnehmen kann, weil sie gut zu verstauen sind. Mit Tuch und Schnur können die Kinder Einwickeln, Umbinden, Festknoten, Ziehen, Verstecken, ... und sind für mindestens 40 min. beschäftigt.

Fernsehen?

...ist für uns kein Thema, weil wir keinen Fernseher haben. Am "Fernseh-Tag" dürfen die Kinder (auswärts) Video gucken: dadurch hat man die Auswahl der Filme im Griff, und außerdem fragen sie höchstens mal, wann wieder "Fernseh-Tag" ist, nicht aber, ob sie gucken dürfen. Da sie dadurch die Kinder-Kinofilme kennen, können sie bei den anderen Kindern etwas mitreden, haben nicht den Reiz des Verbotenen (und gehen nicht nur zu den Nachbarskindern, damit sie dort fernsehen können), und durch die begrenzte Auswahl der Videothek ist Glotzen auf Dauer langweilig, und so kommen sie nicht auf die Idee, etwas zu verpassen, wenn sie nicht den ganzen Tag Glotzen wie die anderen. An dieser Stelle sei auch auf das Buch "Vorsicht, Bildschirm" verwiesen, das hunderte internationale Studien zusammenfaßt, die alle zu denselben Ergebissen kommen: Fernsehen (wie es verwendet wird) macht dumm, dick, und aggressiv. Genau wie der Umgang mit Geld oder Computerspielen muß auch der Umgang mit dem Fernseher gelernt werden, deshalb habe ich nichts dagegen, wenn sie im Kinderland oder bei den Nachbarn fernsehen.
Für alle, die jetzt fragen, wie wir ohne Fernseher überhaupt leben können: Wie bei allen anderen Erziehungszielen auch, sollte man sich selbst mal nach seiner Vorbild-Funktion bezüglich des Fernsehens überprüfen: Was nutzt die beste Erziehung - Kinder machen uns doch alles nach! Wenn man sich täglich mit irgendwelchem Müll berieseln läßt, ist das eine Angewohnheit, die man auch abstellen kann. Es muß übrigens auch nicht immer irgendwo eine Musik dudeln - das lenkt ab und beeinflußt auch die, die das gar nicht mehr wahrnehmen.

Süßigkeiten?

Kinder bekommen ständig Süßigkeiten: Im Kindergarten zu den Geburtstagen (bei 25 Kindern pro Gruppe also alle 10 Tage), dann eine Kleinigkeit zur Teestunde, ein Eis in der Stadt, einen Riegel beim Einkaufen... . Rechnet man mit, wird es schnell zu viel, auch, wenn man das sonst gar nicht wahrnimmt. Deshalb haben unsere Kinder Süßigkeitenspardosen, die ich für sie verwahre. In diese Kisten kommen alle Süßigkeiten rein, die zu viel auf einmal sind. Nun können die Kinder entweder "sparen" und die volle Dose bei uns gegen ein Spielzeug eintauschen (die eingetauschten Sachen esse ich dann, wenn keiner zuguckt ;-)), oder aber sie dürfen täglich eine echte Kleinigkeit daraus naschen, wenn sie sonst nichts bekommen. Ich achte auch darauf, daß sie nicht stopfen und weise sie darauf hin, daß sie schon zu ihrem Teil kommen.
Wer selbst gerne nascht, muß entweder teilen oder heimlich fressen! Das Vorbild ist wichtiger als alle Worte. Kinder riechen auch sofort, wenn Mama in der Mittagspause Kekse gegessen hat und fordern auch welche ein.
Wer sich einbildet, er könne die Süßigkeiten der Kinder bei Nichtgefallen einfach wegschmeißen, hat sich tüchtig geschnitten: Daraus lernen Kinder nur, heimlich alles in sich hineinzustopfen, bevor Mama wieder die Schätze entsorgt. Besucher dürfen gerne Süßes mitbringen: Das ist eine Ausnahmesituation, die die Kinder sehr wohl vom Alltag unterscheiden können.

ins Bett bringen - Der "Lange Tag"

Mit müden Kindern wird nicht diskutiert, da die Ursache ihres Gequengels die Müdigkeit ist und nicht der aktuelle Zankanlaß. Auch Reizworte wie "Bett" oder "müde" vermeiden wir dann. Ich nehme müde Kinder an der Hand, und wir gehen "unverbindlich" ins Schlafzimmer. Einmal dort angekommen, beginnt das Ritual (Aufräumen, Zähneputzen, Ausziehen usw.). Der Beginn des Rituals wird eher von den Kindern vermieden als das spätere Hinlegen selbst: Wenn das Ritual seinen Gang geht, hat man gewonnen.
Nach dem Vorlesen wird das Licht ausgemacht, und nun ist es Zeit für den Langen Tag: Ich beginne mit den Worten: "Heut war ein Langer Tag" und erzähle den Tagesablauf aus der Sicht der Kinder: Was haben sie erlebt ? (Also nicht: Wir waren einkaufen, sondern: Wir sind mit der Straßenbahn gefahren). Dabei kann man auch aufgetretene Konflikte noch einmal in Ruhe ansprechen: Warum habe ich mich geärgert, was wollte das Kind eigentlich tun, warum hat etwas nicht geklappt? Außerdem kann man seine Wunschvorstellungen erklären (z.B. "Wenn ich zum Kindergarten komme, möchte ich Dich abholen. Damit Du weißt, daß ich da bin, rufe ich einmal zu Dir rüber und gehe dann Deine Tasche holen. In dieser Zeit kannst Du Dein Spiel beenden. Wenn ich dann wiederkomme, erwarte ich, daß Du mitkommst, und nicht davonläufst. Wenn Du das trotzdem tust, mußt Du später alleine gehen...) oder den morgigen Tag mit etwaigen Brennpunkten entschärfen, z.B. vor Hochzeiten, Arztbesuchen usw. Auch hierfür erkläre ich den Kindern, was sie erwarten können, was ich weiß, was ich vermute, wann sie dran sind, und wann sie sich zurückhalten sollen, und was sie in dieser Zeit tun können, um nicht zu stören.
Auch nach dem Aufwachen nach dem Mittagsschlaf hat sich der Lange Tag bewährt, wenn die Kinder noch so im Tran sind, daß sie nur rumbrüllen. Fängt man an, den bisherigen Tag zu schildern, wissen sie wieder, wie sie heißen und wo sie sind, hören gespannt zu und können sich besser einfinden. Unsere Kinder brauchen immer recht lange, bis sie sich bekobert haben.
Vielen Dank an Doris, die mir vor vielen Jahren den Tip gab!

Jedes Kind kann Schlafen lernen

Von dem Buch dieses Namens hat wohl jeder schon einmal gehört, und viele schwören darauf. Ich nicht. Der Autor selbst hat einen Artikel verfaßt, in dem er schreibt, daß er das Buch nie geschrieben hätte, wenn er gewußt hätte, was er heute weiß.
Insofern möchte ich allen Eltern Mut machen, die Zeit durchzustehen, bis die Kinder von selbst durchschlafen. Man kann den Kindern sicher helfen und muß nicht nur geduldig alle Launen ertragen. Aber Kinder, die man Schreien läßt, resignieren, und wer will schon Kinder erziehen, die irgendwann etwas nur tun, weil sie resigniert haben?
Die Gründe für das nächtliche Aufwachen sind vielfältig und meist erst erklärbar, wenn die Kinder die Phase schon wieder verlassen haben. Habt aber Vertrauen in Eure Kinder, daß sie nicht "einfach so" schreien - irgendwas werden sie schon haben, und dann brauchen sie uns. Tröstet Euch damit, daß in 1 Jahr alles besser sein wird!
Eines meiner Kinder tobte abends um 23h noch quietschfidel durchs Haus - Abhilfe kam von Bach-Blüten (deren Theorie mir nicht besonders zusagt, die aber trotzdem geholfen haben) gegen Kräfteüberschuß. Ein anderes meiner Kinder schlief zwar 8 Std. am Stück - aber dies nur von 2 bis 10h, eine für mich etwas unbequeme Zeit. Erst 1 Jahr später fanden wir die Ursache: Es war eine Nebenwirkung seiner Epilepsie-Tabletten. Im Nachhinein bin ich froh, daß ich das böse Spiel mitgemacht habe, auch, wenn mir dieses Jahr meine ersten Grauen Haare eingebracht hat, denn dafür konnte das Kind offensichtlich nichts. Ein anderes Kind wurde um 23h aktiv und spielte friedlich bis 2h nachts. Dagegen half Homöopathie (Lycopodium). Glaubt es, oder nicht: Wenn ich beschloß, es müsse doch aber auch mal ohne Kügelchen gehen, blieb das Kind wach.
Mit diesen Beispielen möchte ich Euch ermutigen, neue Wege zu finden, um ein Kind ins Bett zu kriegen, auch, wenn es zu normalen Zeiten noch richtig wach ist. Ein Kind, das sich nicht die Augen gerieben hat, kann man nicht ohne Streß ins Bett bringen.