
Seife kann man selbst sieden. Mich fasziniert daran, daß fast alle Zutaten dafür aus der Küche kommen: Öl und Wasser, Gemüse oder Gewürze. Wer will, kann spezielle Seifenzutaten wie Duftöl oder Farbe zugeben. Eine pflegende Seife wird es eben aber auch ohne das. Nach 60-90 min. Arbeit erhält man für 6,- bis 8,- € etwa 1 kg beste Pflanzenölseife. Beim Lesen eines Etiketts einer gekauften Seife wundere ich mich immer mehr, wieviel Chemie auch in teuren "guten" Seifen ist, denn das ist wirklich nicht nötig. Seifeverkaufen ist sehr teuer, da man dafür die rechtlichen Auflagen der Kosmetikverordnung erfüllen muß (Labor, Gewerbe usw.). Will man diesen Preis drücken, landet man wahrscheinlich bei viel Chemie... .
Wie man Seife siedet, steht genauestens bei www.naturseife.com. Dort findet sich auch der Seifenrechner, mit dem man jedes Rezept nach Abwiegen der Öle und Fette nachrechnen sollte! Deshalb habe ich in meinen Rezepten keine NaOH-Mengen angegeben. Das Naturseifenforum dort ist allerdings seit 11.12.11 stillgelegt, deshalb gibt es ein neues Naturseifenforum. Falls der Seifenrechner bei Naturseife.com nicht erreichbar ist, kann man auch den von Tuula nehmen.
Die einzige nicht-eßbare obligatorische Zutat für eine Seife ist Ätznatron, NaOH. Wie der Name sagt, ist es ätzend, dh. die damit angerührte Lauge stark alkalisch. Deshalb empfehle ich Schutzbrille (gegen Blindheit), Handschuhe (gegen schrumpelnde, juckende oder sonstwie verätzte Haut), Mundschutz (wegen der Dämpfe) sowie eine Schürze (gegen Verfärbungen der Kleidung, wenn sie etwas Seifenleim abbekommt). Dasselbe gilt für die fertige Seife: Ohne Küßchentest darf die Seife nicht verwendet werden: Durch Anlecken der Seife nach der Reifezeit (3-6 Wochen) prüft man, ob der Verseifungsprozeß geklappt hat. Schmeckt es scharf oder sieht man Flüssigkeitströpfchen, kann es unverseifte Lauge sein, und dann darf das Zeug nicht verwendet werden. Unter "troubleshooting" gibt es genug Anleitungen, was man dann tun kann. Schmeckt es wie Seife, ist es Seife. Die hier vorgestellten Seifen dürft Ihr also gerne nachsieden, aber auf Euer Risiko hin. Ich übernehme keine Haftung oder Gewähr.
Auf dieser Seite findet Ihr
1. Erste Schritte: Wie fange ich an, was muß ich kaufen, was muß ich wissen?
2. Kurze Anleitung: Welche Arbeitsschritte gehören zum Seifensieden?
3. Galerie: Meine eigenen Seifen; chronologisch, zur Anregung oder Abschreckung; nicht alle gelungen, aber trotzdem veröffentlicht, damit Ihr aus meinen Fehlern lernen könnt
4. Grundsätzliches und Tips: Erläuterungen zu den Arbeitsschritten, Bücher
5. Links: Anleitungen und Einkaufstips rund um die Seife
Was ist unbedingt nötig, um die erste Seife zu sieden? Hier habe ich eine Tabelle gemacht, die neben der Minimalausstattung auch noch Variationsmöglichkeiten aufzeigen soll.
| Minimalausstattung | optionale Erweiterungsmöglichkeiten | |
| Lesen | Lest die Anleitung und setzt ein Lesezeichen auf den Seifenrechner. Beim Sieden braucht Ihr ihn greifbar. | Recherchiert ein Rezept Eurer Wahl, zB. unten aus meiner Galerie oder aus der des Seifenforums, von Naturseife.com oder sonstwoher. Empfohlene Anfängerseifen sind das 25er Rezept (jedes Fett hat 25% der Menge), eine Lavendel- oder eine Kaffeeseife. Informiert Euch den Verseifungsprozeß, Überfettung, Küßchentest, Öleigenschaften, Farbe, Schichtseifen, Stempel, Marmorieren, Rezeptaufbau usw. |
| Überprüft Eure Vorräte auf folgende Zutaten: | je 250g - Fettstange - Kokosfett (Palmin) - Olivennöl - Rapsöl - destilliertes Wasser Damit könnt Ihr das sog. Grund- oder 25er-Rezept sieden. | Wenn Ihr ein anderes Rezept sieden wollt, braucht Ihr natürlich die dort angegebenen Zutaten. Aber auch das 25er-Rezept kann durch Farbe, Peeling oder Duft ergänzt werden. Zum Färben eignet sich Kaffee, Kakao, Curry, Paprika, Gewürze oder Kosmetikpigment, je nach gewünschter Intensität. Deckweiß (Titanoxidpulver) kann man immer brauchen, wenn man mit Olivenöl arbeitet. Kräuter, Mohn oder püriertes Obst/Gemüse geben der Seife eine eigene Note. Zum Beduften braucht man spezielles Duftöl, das den Verseifungsprozeß übersteht und hautfreundlich ist. Es sollte nicht verfärben oder andicken, s. Herstellerbeschreibung. |
| Geräte | - grammgenaue Digitalwaage - Gumminhandschuhe, Schutzbrille, Mundschutz und Schürze - alter Topf (Edelstahl oder Email, kein Alu) oder alte Plastikschüssel (dann gießt man die im normalen Topf geschmolzenen Fette dorthinein) für Fette und Öle - Meßbecher zum Anrühren der Lauge - Löffel, Teigschaber/Schauber zum Anrühren - Formen - Pürierstab (nicht zwingend nötig, aber eine große Hilfe. Wer keinen hat, muß lange rühren. Wer keinen spülmaschinenfesten hat, kann ihn nachher nicht mehr zum Kochen nehmen) | Die Lauge kann mit Wasser, Gemüsesaft, Tee, Kaffe oder sogar Milch/Gemüsemus angerührt werden. Wer Zeit zum Vorbereiten hat, kann die Flüssigkeit einfrieren. Dann wiegt einfach die Eiswürfel ab. Man braucht keine gekauften Formen. Verpackungen oder mit Plastiktüten ausgelegte Behältnisse aller Art sind bestens geeignet. Wer im Kaufrausch steckt, kann sich unter MilkyWayMolds, Silikon oder Kudoh dem Wahn hingeben. Ich empfehle zB. Stapelchipsdosen (aus den runden Seifenscheiben kann man mit einem Strohhalm (Lochbohren) und dicken Kordeln (von Douglas-Papiertüten) prima Duschseife zum Aufhängen basteln) oder flache Plastikbehälter jeglicher Art. Viele Seifensieder steigen nach der anfänglichen Begeisterung über spezielle Gießformen auf Dauer wieder auf Blockformen um, weil man in denen gut marmorieren oder Schichtgießen kann. Zum Anschieben der Gelphase (nicht zwingend nötig) kann man die Formen in alte Handtücher wickeln. Zur Vermeidung von Sodaasche (Schönheitsfehler, nicht zwingend nötig) kann man die befüllten Formen mit Frischhaltefolie bedecken, so daß keine Luft drankommt. Die fertige Seife kann bestempelt werden. Dazu kann man spezielle Stempel und Mica-Pulver kaufen, ich nehme aber Lidschatten und Knöpfe aus dem Haushalt. |
| Einkaufen | NaOH (Ätznatron) | Für eine einzige Seife (ca. 1 kg Öl) braucht man etwa etwa 150g davon, je nach Rezept. Wer meint, daß er sicherlich ein paar Versuche starten wird, kann also 1 kg kaufen, das wird dann schon alle. Im Internet gibt es das NaOH natürlich günstiger. Wenn man dort bestellt, kann man gleich ein Duftöl, eine Seifenform oder ein spezielles Öl mitbestellen. Für eine einzige Versuchs-Seife reicht aber wirklich der Gang zur Apotheke. Der Sage nach soll es Apotheken geben, die sich beim Verkauf etwas anstellen. Dann einfach bei der nächsten Apotheke nachfragen. NaOH ist in jedem Abflußreiniger drin und nicht auf Spezialisten beschränkt. Wer nach 1 Seife nicht weitersieden möchte, kann das restliche NaOH zum Abflußreinigen nehmen. |
Ich hoffe, ich habe nicht zu viel vergessen. Am besten sammelt Ihr alles erstmal in einem eigenen Karton oder Klappkorb. Wenn es denn losgehen soll, reserviert 1-2 ungestörte Stunden für Euch und die aufgeräumte Küche, und dann kann es nach der erwähnten Anleitung schon losgehen.
Hier die einzelnen Schritte beim Seifensieden:
1.) Fette abwiegen und im Topf schmelzen
2.) Öle abwiegen
3.) NaOH und Wassermenge mittels Seifenrechner berechnen
4.) Lauge anrühren
5.) Warten, bis Lauge und Öle handwarm sind. In dieser Zeit die Formen vorbereiten, evtl. Farben/Kräuter in Öl dispergieren
6.) Lauge und Öl vermischen, pürieren
7.) evtl. Farbe oder Duft zufügen
8.) in die Formen füllen und isolieren
9.) nach 24 Std. auspacken, schneiden, zum Reifen 6-8 Wochen lagern, anschließend Küßchentest
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| 600g Olivenöl 300g Kokosfett 180g Fettstange 120g Sonnenblumenöl 380g Wasser NaOH 20ml Duftöl Lavandin (BHW) getrocknete Lavendelblüten |
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Es sind 2 Seifen mit 2 verschiedenen Rezepten, die ich im Abstand von 1 Tag machte. Die Löwenzahnblüten weichte ich 3 Tage in Rapsöl ein. Sie sollten lichtecht sein, sind es aber nicht ganz. Die gelbe Farbe blich mit der Zeit aus. Ich habe das "Grundrezept" dafür genommen, wo die genannten Fette zu je 25% vorkommen. Ich goß zuerst gelb in die Form, grün am nächsten Tag darauf. Beide Schichten wollten sich anfangs nach dem Schneiden trennen. Ich drückte sie zusammen, und das hielt. Vor dem Aufgießen der 2. Seife sollte man wohl die 1. Farbe mit Wasser etwas anweichen. Die grüne Farbe sollte alleine mit Gurke erreicht werden, war aber zu blaß. Also nahm ich noch in Öl angerührtes Farbpigment dazu. Die mit NaOH, Wasser und Gurke angerührte Lauge wurde anfangs gelb, davon sollte man sich nicht irritieren lassen. Die Seife war immer schon sehr ölig, obwohl ich nur mit den üblichen 5-6% überfettete. Nach dem Schneiden bestempelte ich die Seife mit silberfarbenem Lidschatten. |
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Eine Torte ist nicht schwerer als jede andere Schichtseife auch. Das Wesentliche ist, daß sie unten einen braunen Boden haben sollte, und darüber eine helle, meist marmorierte Schicht. Außen hin kommt Sahne (Whipped). Ich bereitete 3 Schälchen mit in Öl verrührter Farbe vor. Etwas Seifenleim kam in eine kleine Schüssel, die ich mit Braun vermischte. Den Rest färbte ich weiß. Davon nahm ich etwas Seifenleim ab und färbte ihn Rosa ein. Da meine Haribo-Plastikdose leicht konisch zulief, goß ich erst weiß hinein, marmorierte mit rosa, und obenauf goß ich den braunen Boden. Da ich etwas zu viel Wasser im Rezept hatte, vermischte sich etwas Braun mit dem Marmorierten, so daß ich Braun dazumarmorierte. Zum Glück, denn das Rosa sieht man fast gar nicht. Also rührte ich Braun, bis es wie Schokopudding aussah und löffelte es vorsichtig auf das Helle. Diesmal hielt es. Nach der Gelphase waren obenauf Laugenbläschen. Deshalb mußte ich sie aufschneiden, um mich zu vergewissern, daß sie innen keine bösen Überraschungen barg (war zum Glück alles trocken). Vielleicht habe ich zu viel Kakaobutter im Rezept gehabt, die den SL zu stark aufheizte. Die Sahne ist mit dem Rezept von Nr. 8 gemacht. |
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Woher der Name? Einmal bekam ich zur Silvesterfeier Gebildgebäck geschenkt, das das darstellen sollte, was einem das Neue Jahr bringen sollte. Diese Seife siedete ich zu Neujahr, und innen sind Einleger eingegossen, die sich erst beim Waschen zeigen. Zuerst machte ich eine Kaffeeseife (Nr. 6). Den Seifenleim teilte ich in zwei Teile, die ich mit Deckweiß aufhellte bzw. mit Backkakao abdunkelte. Die Lauge war mit Kaffee angerührt, aber der färbt gar nicht besonders schwarz. Dann goß ich beide Farben in eine flache Form (1-2 cm hoch) und marmorierte sie. Am nächsten Tag stach ich mit meinen Edelstahlkeksausstechförmchen die Motive aus. Den Rest verknetete ich zu Kugeln (Handschuhe nicht vergessen - der Seifenleim ist auch am nächsten Tag noch scharf). Dann siedete ich noch eine Kaffeeseife, in die ich die Einleger eingoß. Beim Gießen sollte man sich die Formen so markieren, daß man am nächsten Tag noch weiß, wo man schneiden darf, und wo die Einleger sind. Einlegerseifen verziehen sich, wenn die Einleger älter als der Rest sind, weil diese dann schon trocken sind und nicht mehr schrumpfen. Außerdem verbinden sich verschiedene Seifenmassen schlechter als ähnliche Rezepte. Deshalb habe ich beide Seifenmassen in kurzem Abstand und mit demselben Rezept angerührt. Diese Seife deckte ich nicht mit Frischhaltefolie ab: Man sieht die weißen Oberflächen. Das ist Sodaasche - ein reiner Schönheitsfehler, der hier sogar einen interessanten Effekt gibt. Der Seifenleim dieser Kaffeeseife ist wie Schokopudding und läßt sich gut verstreichen. Die weißen Stücke links verzierte ich mit einem Löffel. Die runden Stücke in der Mitte sind in Plastikverpackungen von Schokoweihnachtsmännern gegossen. Man kann die Einleger kurz befeuchten, das habe ich bei diesen frischen Stücken aber nicht gemacht. Sie verschieben sich, wenn man den umhüllenden Seifenleim dazugießt. Deshalb habe ich alles vorsichtig draufgelöffelt. |
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Mal wieder war mein Ätznatron fast zu Ende, und so rechnete ich mit dem Seifenrechner rückwärts aus, wieviel Öl ich benutzen müsse. Lorbeeröl ist grün mit Knubbeln und stinkt. Die Seife stinkt nach 5 Wochen immer noch. Anfangs war sie grün, jetzt allmählich bekommt sie etwas Patina. Die Idee zu einer Lorbeerölseife hatte ich, weil die Alepposeifen (die nur in Aleppo gesiedet werden dürfen) dieselbe Ölkombination haben. |
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Diese Seife hat zwar kein Mocca drin, aber sie erinnert mich daran. Die Anregung kommt von Claudia Mold, die diese Idee wiederum von AYU Tokyo Factory, einer japanischen Seifensiederei, hat. Ich wollte sie nachsieden, aber mein Seifenleim war schon so puddingförmig, daß es nichts aus der feinen Löffelmarmorierung wurde, sondern in der obersten Schicht leider nur ein paar grobe Batzen zu sehen sind. Vielleicht wäre ein Teelöffel sinnvoller gewesen. Im Rezept ist Hafersahne aus dem Ökoladen. Deshalb war es aufwendig, die NaOH- und Wassermenge nachzurechnen. Lt. Seifenrechner hätten es 394g Flüssigkeit sein sollen. 75g davon sind Hafersahne, 300g Wasser. Damit ist die Flüssigkeitsmenge um 20g(5%) reduziert. Die Verseifungszahl von Hafersahne ist unbekannt. Hafersahne hat 13% Fett, was hier 9,75g ergibt. Deshalb rechnete ich Seifenrechner mit 10g Palmöl als Ersatz für das in der Hafersahne enthaltene Fett. Im Zweifelsfall verändere ich bei einer Überfettung von 6-8% nur den Überfettungsgrad, bleibe aber bei diesen Mengen im Toleranzbereich für Seife. Ich muß also nicht befürchten, zu wenig Öl für die Lauge bereitzustellen. |
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Und schon wieder ein Anwärter auf den Ugly Soap Award. Die Seife hätte so schön sein können, wenn ich nicht noch die grünen Blumen von Nr. 5 (Reste) dazugeschmissen hätte. Dieses Grün sieht einfach nur schlimm aus. Aber was soll's. Sie wäscht, und ich hab meine Reste verwertet. In der Hälfte des Seifenleims sind auch noch ein paar Bröckel von Nr. 17, die ja auch wegmüssen. Diese Stücke sind beige mit weißen Pünktchen drin - auch nicht schöner. Auf die inneren Werte kommt es an, gell? |
Seife entsteht durch das Vermischen von Öl und Lauge. Das klingt so einfach, wie es auch ist. Normalerweise ist die Hälfte der verwendeten Öle fest, die andere Hälfte flüssig. Da jedes Öl eine andere Verseifungszahl hat, muß man alles grammgenau abwiegen und dann mittels des Seifenrechners berechnen, wieviel Lauge man dazurühren muß, um Seife zu erhalten. Lauge entsteht durch das Vermischen von Ätznatron/NaOH (das meist in kleinen Kügelchen geliefert wird, damit man den Staub nicht so schnell einatmen kann) und einer Flüssigkeit. Die Menge der Flüssigkeit beträgt etwa ein Drittel der Gesamtfettmenge und wird ebenfalls vom Seifenrechner ermittelt.
NaOH berechne ich mit meinen grammgenau gemessenen Mengen immer mit dem Seifenrechner nochmal nach! Dabei nehme ich meist eine Überfettung von 5-6%. Das heißt, daß 5-6% des Öls im Rezept nicht verseift werden und die Haut pflegen, allerdings auch ranzen können. Zum Anrühren der Lauge sollte man destiliertes Wasser nehmen. Ich nehme Leitungswasser, weil wir sehr weiches Wasser haben (Heidesand!). Allerdings riskiert man damit Ranz, der auch durch leichte Verunreinigungen des Wassers hervorgerufen werden kann.
Fette/Öle: Die Bezeichnung Palmöl verwirrte mich anfangs, denn Palmöl ist fest, und nicht flüssig. Beide Begriffe, Fett und Öl, meinen dasselbe. Für meine ersten Seifen habe ich gezielt die Fette mitbestellt, die ich für die festgelegten Rezepte brauchte. Rizinusöl bekommt man auch in der Apotheke, aber schon ab 1kg NaOH lohnt es sich, im Internet zu bestellen. Die Ersparnis ist weitaus größer als die Portokosten, leider (ich würde viel lieber vor Ort kaufen). Auf dem Bild seht Ihr ein paar Öle, die ich im Laufe des Jahre angesammelt habe. Das hätte ich nicht tun müssen, denn Seife wird es auch mit dem Grundrezept. Einige Sieder meinen, daß Seifen aus besonders pflegenden Ölen wie Jojoba, Avocado, Mandel usw. besonders pflegend seien. Einige sprechen davon, daß sie zur Erhöhung der Pflegewirkung dann noch ein bestimmtes Öl in kleiner Menge dem Rezept zufügen. Ich frage mich dagegen, woher das Ätznatron wissen soll, welche Öle es verseift, und welche Öle es für die Pflegewirkung (Überfettung) nehmen soll.
Eine überfettete Pflanzenölseife pflegt nach meiner Erfahrung schon sehr gut. Ob diese Wirkung durch besonders teure Öle noch wesentlich gesteigert werden kann, sei mal dahingestellt. (Einige Öle haben einen höheren Anteil an Unverseifbarem als andere. Ob das aber wirklich die Pflegewirkung erhöht, weiß ich nicht.) Ich hab trotzdem einige Öle angesammelt, aus reiner Neugierde, wie sich die verschiedenen Öle in der Seife verhalten. Einige Öle sorgen für Schaum, trocknen aber die Haut aus (zB. Kokos), andere schäumen, aber die Seife wird zu weich (zB Rizinus), wieder andere sind günstig und schaffen Masse, einige machen die Seife hart (zB. Olive) oder färben (zB. Olive, Lorbeer)... . All das könnt Ihr als Hintergrundwissen brauchen und bei www.naturseife.com genauer nachlesen. Zur Überlegung, wie stark Ihr Eure Seifen überfetten wollt, solltet Ihr wissen, daß eine hohe Überfettung die Rückfettung/Pflegewirkung der Seife verstärkt, aber den Schaum verhindert. Außerdem können die unverseiften Ölanteile einer Seife ranzen. In meinen Augen ist auch eine wenig schäumende Seife qualitativ "gut". Die Qualität einer Seife hängt in meinen Augen weniger von Aussehen, Duft oder der Verwendung von biologischen Ölen ab als von der Zutatenliste. Ob das, was an Bioölen besser ist, nach dem Verseifungsprozeß, der eine exotherme Reaktion darstellt, noch verhanden ist, weiß ich nicht. Bioöle tun der Umwelt natürlich allgemein gut, weil sie die Landschaft schonen. Aber ob sie besser waschen oder pflegen, weiß ich nicht. Ich bevorzuge eine übersichtliche und verständliche Zutatenliste, z.B. ohne Alkohol, Weichmacher, Erdöl, allergieauslösende Aromen, zugesetztes Glycerin (das ist in Naturseife nämlich sowieso drin, wenn man es nicht künstlich entzieht) oder Konservierungsstoffe.
Fettstangen bestehen zum großen Teil aus Palmöl. Das ist umweltschädlich, da dafür Regenwald stirbt. In den Rezepten steht meist Palmfett, ich nehme aber immer Fettstangen und gebe im Seifenrechner dafür Macadamiaöl ein. Das Schweineschmalz habe ich auch als Macadamia berechnet, Distelöl soll in der Verseifungszahl dafür aber noch besser passen.
Formen befette ich meist, wenn sie nicht mit Plastikfolie ausgeschlagen sind. Meine selbstgebaute Seifenform ist aus Siebdruckplatte. Die Beschichtung ist nicht laugenfest gewesen. Man kann prima in Holzkästchen aller Art sieden, und auch Stapelchipsdosen eignen sich gut. Wenn man dann noch ein Loch mit einem Strohhalm in die Seife bohrt, kann man sie auffädeln und aufhängen. Silikonformen sind prima. Allerdings nehmen sie das Duftöl an und schmecken danach. Auch ich als notorischer Duftölvergesser trenne deswegen zwischen Seifen- und Küchensilikon. Bei Plastik ist es ähnlich. Nur Edelstahl kann nach dem Kontakt mit Lauge oder Seifenleim evtl. noch für was anderes verwendet werden.
Bestellen tue ich gerne bei BHW (der Schnelle Shop), weil das NaOH dort nur die Hälfte von dem kostet, was unsere Apotheke im Ort dafür haben möchte. Technisches NaOH reicht aus. Dort bestelle ich auch meine verseifungsfesten Duftöle. Noch günstiger, aber schlechter zu Navigieren ist Gisella Manske.
Meine Seifenformen habe ich von Seifenformen.de. Silikon ist wirklich am besten, aber die Auswahl bei den Milkywaymolds aus durchsichtigem Plastik gefällt mir mehr.
Färben tue ich meine Seife normalerweise mit den Farbpigmenten der Firma Holzweg. Sie sehen wie Gewürze aus, und ich rühre sie normalerweise in etwas Öl an, das ich von der abgewogenen Ölmenge abgenommen habe. Die Farben hatte ich mir mal zum Wändelasieren im Ökoladen gekauft:

Es gibt bislang kaum Bücher über's Seifensieden. Die meisten "Kreativsets" verwenden fertige Seife, die geformt und gefärbt werden soll. Kein Kommentar. Diese Bücher sind dagegen sehr zu empfehlen:
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- Anleitungen:
www.Naturseife.com (DIE Seifenseite incl. Anleitung, Rezepten und Forum), Seifenschule, Seifenformen
- Einkauf Zutaten:
Gisella Manske (günstig), BHW ("der schnelle shop")
- Einkauf Formen:
www.Seifenformen.de, selbstgebaute Seifenformen, günstige Formen aus Taiwan, happyDiv (günstige Dividor)
- Einkauf allgemein:
getöpferte Seifenschalen von Silkeramik: wunderschön UND auch noch funktional, was will man mehr!
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www.EasyOrdner.de: Hier kann man seinen Ordner wie ein Fotobuch gestalten. Die Qualität rechtfertigt Aufwand und Preis. ![]() ![]() |
...und besonders dieser Seifenladen: Spagyrische Naturkosmetik (die Zahnseife ist gut und schmeckt sogar)
- und nur mal zum Gucken:
Nancy aus Kanada (NancyToday) zeigt, wie man nicht sieden sollte. Hier allerdings mein Lieblingsvideo von ihr "How to dress".