Seifensieden

Seifensieden

Seife kann man selbst sieden. Dabei möchte ich zuerst einmal voranstellen, was NICHTS mit Seifensieden zu tun hat:
a) fertige Seifenflocken zu kaufen und irgendwie weiterzuverarbeiten
b) Natriumcarbonat = Putzsoda = Na2CO3 oder Natriumhydrogencarbonat = Backsoda = Kaisernatron = Speisenatron = doppelkohlensauresNatron = Natron = NaHCO3. Seife wird ausschließlich mit Ätznatron NaOH gesiedet, wofür die Sicherheitsvorkehrungen (s.u.) unerläßlich sind!
c) Flüssigseife, die zu meinem Schrecken selbst im Ökoladen erhältlich ist: Abgesehen vom Plastikmüll hat diese wenig mit Seife im chemischen Sinn zu tun, denn sie besteht aus Tensiden und kann damit getrost zur Gattung der Haarwaschmittel und Duschgele gerechnet werden. Tenside trocknen die Haut aus.

Kernseife trocknet die Haut auch aus und hinterläßt bei kalkigem Wasser Spuren im Waschbecken... deshalb sollte man Seife selbstsieden: In ihr ist noch das normalerweise entzogene feuchtigkeitsspendende Glycerin enthalten, und außerdem kann man sie überfetten und damit die Haut pflegen (s.u. Grundsätzliches). Außerdem hilft sie bei juckenden Mückenstichen.
Seifensieden meint das Vermischen von Öl und (stark alkalischer) Lauge, wodurch in einem chemischen Prozeß Seife entsteht. Mich fasziniert daran, daß fast alle Zutaten dafür aus der Küche kommen: Öl und Wasser, Gemüse oder Gewürze. Wer will, kann spezielle Seifenzutaten wie Duftöl oder Farbe zugeben. Eine pflegende Seife wird es eben aber auch ohne das. Nach 60-90 min. Arbeit erhält man für 6,- bis 8,- € etwa 1 kg beste Pflanzenölseife. Beim Lesen eines Etiketts einer gekauften Seife wundere ich mich immer mehr, wieviel Chemie auch in teuren "guten" Seifen ist, denn das ist wirklich nicht nötig. Seifeverkaufen ist sehr teuer, da man dafür die rechtlichen Auflagen der Kosmetikverordnung erfüllen muß (Labor, Gewerbe usw.). Will man diesen Preis drücken, landet man wahrscheinlich bei viel Chemie... .

Ihr wundert Euch vielleicht, wieso ihr hier so viel Energie aufwende, um ein so nebensächliches Alltagsding wie Seife herzustellen. Die Antwort ist, daß eine handgesiedete Seife nicht mit einer industriell hergestellten Seife verglichen werden kann, und sei diese noch so sehr als "Pflanzenölseife" beworben (das ist JEDE handgesiedete Seife auch). Abhilfe schafft nur ein Einkauf bei einem (gewerblichen, bitteschön) Seifensieder oder eben selbstsieden, wem das zu teuer ist. Seife ist universell einsetzbar, für Haare, zum Duschen, zum Zähneputzen, für den Abwasch und das Spülbecken, zum Putzen usw. Sie ist handlich und gut transportierbar auf Reisen, hilft gegen Mückenstiche und wäscht hartnäckige Tuscheflecken aus Kinderpullis. Sie erzeugt keinen Plastikmüll und pflegt die Haut. Nie mehr rauhe Hände!

Wie man Seife siedet, steht genauestens bei www.naturseife.com. Dort findet sich auch der Seifenrechner, mit dem man jedes Rezept nach Abwiegen der Öle und Fette nachrechnen sollte! Deshalb habe ich in meinen Rezepten keine NaOH-Mengen angegeben. Im Seifentreff gibt es weitere Anleitungen und Antworten auf alle Fragen rund ums Seifensieden. Falls der Seifenrechner bei Naturseife.com nicht erreichbar ist, kann man auch den von Tuula nehmen.

Sicherheit

Schutzkleidung! Die einzige nicht-eßbare obligatorische Zutat für eine Seife ist Ätznatron bzw. Natriumhydroxid, NaOH. Wie der Name sagt, ist es ätzend, dh. die damit angerührte Lauge stark alkalisch. Deshalb empfehle ich Schutzbrille (gegen Blindheit), Handschuhe (gegen schrumpelnde, juckende oder sonstwie verätzte Haut), Mundschutz (wegen der Dämpfe) sowie eine Schürze (gegen Verfärbungen der Kleidung, wenn sie etwas Seifenleim abbekommt). Dasselbe gilt für die fertige Seife: Ohne Küßchentest darf die Seife nicht verwendet werden: Durch Anlecken der Seife nach der Reifezeit (3-6 Wochen) prüft man, ob der Verseifungsprozeß geklappt hat. Schmeckt es scharf oder sieht man Flüssigkeitströpfchen, kann es unverseifte Lauge sein, und dann darf das Zeug nicht verwendet werden. Unter "troubleshooting" gibt es genug Anleitungen, was man dann tun kann. Schmeckt es wie Seife, ist es Seife. Die hier vorgestellten Seifen dürft Ihr also gerne nachsieden, aber auf Euer Risiko hin. Ich übernehme keine Haftung oder Gewähr.

Übersicht

Auf dieser Seite findet Ihr
1. Erste Schritte: Wie fange ich an, was muß ich kaufen, was muß ich wissen?
2. Kurze Anleitung: Welche Arbeitsschritte gehören zum Seifensieden?
3. Galerie: Meine eigenen Seifen; chronologisch, zur Anregung oder Abschreckung; nicht alle gelungen, aber trotzdem veröffentlicht, damit Ihr aus meinen Fehlern lernen könnt
4. Grundsätzliches und Tips: Erläuterungen zu den Arbeitsschritten, Bücher
5. Links: Anleitungen und Einkaufstips rund um die Seife


1. Erste Schritte:

Was ist unbedingt nötig, um die erste Seife zu sieden? Hier habe ich eine Tabelle gemacht, die neben der Minimalausstattung auch noch Variationsmöglichkeiten aufzeigen soll.

Minimalausstattungoptionale Erweiterungsmöglichkeiten
LesenLest die Anleitung und setzt ein Lesezeichen auf den Seifenrechner. Beim Sieden braucht Ihr ihn greifbar.
Recherchiert ein Rezept Eurer Wahl, zB. unten aus meiner Galerie oder aus der des Seifenforums, von Naturseife.com oder sonstwoher. Empfohlene Anfängerseifen sind das 25er Rezept (jedes Fett hat 25% der Menge), eine Lavendel- oder eine Kaffeeseife.
Informiert Euch den Verseifungsprozeß, Überfettung, Küßchentest, Öleigenschaften, Farbe, Schichtseifen, Stempel, Marmorieren, Rezeptaufbau usw.
Überprüft Eure Vorräte auf folgende Zutaten:je 250g
- Fettstange
- Kokosfett (Palmin)
- Olivennöl
- Rapsöl
- destilliertes Wasser
Damit könnt Ihr das sog. Grund- oder 25er-Rezept sieden.
Wenn Ihr ein anderes Rezept sieden wollt, braucht Ihr natürlich die dort angegebenen Zutaten. Aber auch das 25er-Rezept kann durch Farbe, Peeling oder Duft ergänzt werden. Zum Färben eignet sich Kaffee, Kakao, Curry, Paprika, Gewürze oder Kosmetikpigment, je nach gewünschter Intensität. Deckweiß (Titanoxidpulver) kann man immer brauchen, wenn man mit Olivenöl arbeitet. Kräuter, Mohn oder püriertes Obst/Gemüse geben der Seife eine eigene Note. Zum Beduften braucht man spezielles Duftöl, das den Verseifungsprozeß übersteht und hautfreundlich ist. Es sollte nicht verfärben oder andicken, s. Herstellerbeschreibung.
Geräte- grammgenaue Digitalwaage
- Gumminhandschuhe, Schutzbrille, Mundschutz und Schürze
- alter Topf (Edelstahl oder Email, kein Alu) oder alte Plastikschüssel (dann gießt man die im normalen Topf geschmolzenen Fette dorthinein) für Fette und Öle
- Meßbecher zum Anrühren der Lauge
- Löffel, Teigschaber/Schauber zum Anrühren
- Formen
- Pürierstab (nicht zwingend nötig, aber eine große Hilfe. Wer keinen hat, muß lange rühren. Wer keinen spülmaschinenfesten hat, kann ihn nachher nicht mehr zum Kochen nehmen)
Die Lauge kann mit Wasser, Gemüsesaft, Tee, Kaffe oder sogar Milch/Gemüsemus angerührt werden. Wer Zeit zum Vorbereiten hat, kann die Flüssigkeit einfrieren. Dann wiegt einfach die Eiswürfel ab.
Man braucht keine gekauften Formen. Verpackungen oder mit Plastiktüten ausgelegte Behältnisse aller Art sind bestens geeignet. Wer im Kaufrausch steckt, kann sich unter MilkyWayMolds, Silikon oder Kudoh dem Wahn hingeben. Ich empfehle zB. Stapelchipsdosen (aus den runden Seifenscheiben kann man mit einem Strohhalm (Lochbohren) und dicken Kordeln (von Douglas-Papiertüten) prima Duschseife zum Aufhängen basteln) oder flache Plastikbehälter jeglicher Art. Viele Seifensieder steigen nach der anfänglichen Begeisterung über spezielle Gießformen auf Dauer wieder auf Blockformen um, weil man in denen gut marmorieren oder Schichtgießen kann.
Zum Anschieben der Gelphase (nicht zwingend nötig) kann man die Formen in alte Handtücher wickeln.
Zur Vermeidung von Sodaasche (Schönheitsfehler, nicht zwingend nötig) kann man die befüllten Formen mit Frischhaltefolie bedecken, so daß keine Luft drankommt.
Die fertige Seife kann bestempelt werden. Dazu kann man spezielle Stempel und Mica-Pulver kaufen, ich nehme aber Lidschatten und Knöpfe aus dem Haushalt.
EinkaufenNaOH (Ätznatron) Für einmal Seifensieden mit ca. 1 kg Öl braucht man etwa etwa 150g davon, je nach Rezept. Wer meint, daß er sicherlich ein paar Versuche starten wird, kann also 1 kg kaufen, das wird dann schon alle. Im Internet gibt es das NaOH natürlich günstiger. Wenn man dort bestellt, kann man gleich ein Duftöl, eine Seifenform oder ein spezielles Öl mitbestellen. Für eine einzige Versuchs-Seife reicht aber wirklich der Gang zur Apotheke. Der Sage nach soll es Apotheken geben, die sich beim Verkauf etwas anstellen. Dann einfach bei der nächsten Apotheke nachfragen. NaOH ist in jedem Abflußreiniger drin und nicht auf Spezialisten beschränkt. Wer nach 1 Seife nicht weitersieden möchte, kann das restliche NaOH zum Abflußreinigen nehmen.

Ich hoffe, ich habe nicht zu viel vergessen. Am besten sammelt Ihr alles erstmal in einem eigenen Karton oder Klappkorb. Wenn es denn losgehen soll, reserviert 1-2 ungestörte Stunden für Euch und die aufgeräumte Küche, und dann kann es nach der erwähnten Anleitung schon losgehen.

2. Kurze Anleitung:

Hier die einzelnen Schritte beim Seifensieden:
1.) Fette abwiegen und im Topf schmelzen
2.) Öle abwiegen
3.) NaOH und Wassermenge mittels Seifenrechner berechnen
4.) Lauge anrühren
5.) Warten, bis Lauge und Öle handwarm sind. In dieser Zeit die Formen vorbereiten, evtl. Farben/Kräuter in Öl dispergieren
6.) Lauge und Öl vermischen, pürieren
7.) evtl. Farbe oder Duft zufügen
8.) in die Formen füllen und isolieren
9.) nach 24 Std. auspacken, schneiden, zum Reifen 6-8 Wochen lagern, anschließend Küßchentest

3. Seifengalerie:

Meine 1. Seife: Venusseife mit Vanille-Karamellduft


290g Fettstange
250g Kokosfett
230g Olivenöl
100g Kakaobutter
100g Mandelöl
30g Rizinusöl
325g Wasser
NaOH
20ml Duftöl Vanille-Karamell (BHW)


Venusseife


Olivenöl und Vanilleduftöl haben diese Seife so braun werden lassen. Das Rezept ist von Naturseife.com. Auf dem Bild habt Ihr auch gleich einen Überblick über meine gekauften Seifenformen.

2. Lavendelseife


600g Olivenöl
300g Kokosfett
180g Fettstange
120g Sonnenblumenöl
380g Wasser
NaOH
20ml Duftöl Lavandin (BHW)
getrocknete Lavendelblüten

Lavendelseife


Wer denkt, eine Lavendelseife sei besonders natürlich, der irrt. Lavendelblüten geben höchstens eine braune Farbe, aber bestimmt kein lila. Der Duft geht beim Verseifungsprozeß verloren, wenn man nicht spezielles Duftöl nimmt. Lavandin ist ein Nachbau von Lavendelöl und duftet intensiver als originales Lavendelöl. Lila habe ich versucht mit Zuckerfarben zum Kuchenverzieren nachzubauen. In der Seife stecken je 1 Tube rot und blau. Leider geht auch Zuckerfarbe beim Verseifungsprozeß kaputt. Man sieht nur ein paar rote Sprenkel, die an den Blüten kleben. Obwohl so viel braunfärbendes Olivenöl drin ist, ist die Seife sehr weißlich geworden. Die aufgestreuten Blüten geben einen starken Peelingeffekt. Das Rezept ist aus dem Naturseifenbuch. Die Seife ist recht scharf geworden, auch nach 5 Monaten noch. Olivenöl braucht lange zum Reifen, vielleicht liegt es daran.

3. Rosmarin-Eukalyptusseife


1000g Olivenöl
200g Kokosfett
250g Fettstange
50g Rizinusöl
450g Wasser
NaOH
20ml Duftöl Rosmarin (BHW)
30g Eukalyptusblätter
20g Rosmarin


Rosmarin-Eukalyptusseife


Auch in dieser Seife stecken 2 Tuben Zuckerfarbe, grün und gelb. Von ihnen sieht man nach dem Verseifungsprozeß auch nicht mehr viel. Die Farbe wird durch das Olivenöl und die zermörserten Kräuter bestimmt. Im Rezept ist hauptsächlich Olivenöl. Deshalb war sie anfangs lange weich und ging nur sehr schlecht aus der Form.

4./5. Gurke-Molke- und Löwenzahnseife


gelbe Löwenzahnseife:
100g Kokosfett
100g Fettstange
100g Olivenöl
100g Rapsöl mit Löwenzahnblütenblättern angesetzt
134g Wasser
NaOH
grüne Gurken-Molkeseife:
250g Fettstange
200g Olivenöl
180g Kokosfett
100g Sojaöl
40g Rizinusöl
150 pürierte Gurke
105g Wasser
25g Molkenpulver
NaOH
5g spinelligrün (Fa. Holzweg)


Gurke-Molke- und Löwenzahnseife

Es sind 2 Seifen mit 2 verschiedenen Rezepten, die ich im Abstand von 1 Tag machte. Die Löwenzahnblüten weichte ich 3 Tage in Rapsöl ein. Sie sollten lichtecht sein, sind es aber nicht ganz. Die gelbe Farbe blich mit der Zeit aus. Ich habe das "Grundrezept" dafür genommen, wo die genannten Fette zu je 25% vorkommen. Ich goß zuerst gelb in die Form, grün am nächsten Tag darauf. Beide Schichten wollten sich anfangs nach dem Schneiden trennen. Ich drückte sie zusammen, und das hielt. Vor dem Aufgießen der 2. Seife sollte man wohl die 1. Farbe mit Wasser etwas anweichen.
Die grüne Farbe sollte alleine mit Gurke erreicht werden, war aber zu blaß. Also nahm ich noch in Öl angerührtes Farbpigment dazu. Die mit NaOH, Wasser und Gurke angerührte Lauge wurde anfangs gelb, davon sollte man sich nicht irritieren lassen. Die Seife war immer schon sehr ölig, obwohl ich nur mit den üblichen 5-6% überfettete.
Nach dem Schneiden bestempelte ich die Seife mit silberfarbenem Lidschatten.

6. Kaffeeseife


200g Kokosfett
150g Fettstange
100g Sojaöl
50g Rizinusöl
168g Kaffee
NaOH
20ml Duftöl Vanille-Karamell (BHW)
15g Backkakao


Kaffeeseife


Die Lauge wurde mit Kaffee angerührt. Der Backkakao (der teure mit 60%) wurde mit etwas abgenommenem Öl angerührt, bevor er in den Seifenleim kam. Die Masse sah nach dem Pürieren wie Schokoladenpudding aus. In der Holzform war die Gelphase so heiß (obwohl ich mit gefrorenem Kaffee gearbeitet hatte), daß sich am nächsten Tag in der Mitte ein richtiger Vulkan aus Seife erhoben hatte. Ich drückte ihn wieder rein, man sah ihn später nicht mehr. Der fertige Seifenblock duftete zu lecker...die ganze Familie schlich um ihn herum und bedauerte, daß es bloß Seife sei. Nach ein paar Tagen drückte ich Kaffeebohnen zur Zierde hinein. Dabei sprang manchmal der Rand auf, und ich mußte ihn wieder zusammendrücken.

7. Wiener Rasierseife


500g Olivenöl
200g Kokosfett
150g Fettstange
100g Rizinusöl
60g Kakaobutter
320g Wasser
NaOH
20ml Duftöl Lavandin (BHW)


Wiener Rasierseife


Das Rezept ist aus dem Naturseifenbuch. Die Seife ist sehr hautfreundlich und hat eine angenehme Haptik. Anfangs war sie etwas gelblich, blich aber schnell zu einer sehr weißen Seife aus, obwohl viel Olivenöl drin ist.

8. Whipped


325g Fettstange
75g Kokosfett
50g Rapsöl
50g Sonnenblumenöl
150g Wasser
NaOH
20ml Duftöl Pink Cherry Cake (BHW)
zT. etwas ultramarinrotes (=rosa) Farbpigment (Fa. Holzweg)


WhippedWhipped


Das Rezept ist aus dem Naturseifenforum. Ein Whipped ist Schwimmseife, der Name kommt von engl. "aufschlagen". Die Zubereitung ist etwas anders: Zuerst werden die festen Fette mit der KitchenAid aufgeschlagen, dann werden die flüssigen Fette und die Lauge tröpfchenweise dazugegeben. Mit dem Farbpigment war ich zu vorsichtig, denn man sieht quasi keinen Unterschied zwischen weiß und rosa. Es ist Schwimmseife, die sich sehr gut zum Verschenken eignet und genau das richtige für Spielkinder wie mich ist. Auch hier solltet Ihr ein Auge auf die Familie haben, daß sie nicht zu gierig wird.

9. marmorierte Seife weiß-rosa


200g Fettstange
200g Kokosfett
200g Rapsöl
200g Olivenöl
300g Wasser
NaOH
5g Titanoxid (Deckweiß) 4g ultramarinrotes Farbpigment (Fa. Holzweg)


marmorierte Seife weiß-rosa marmorierte Seife weiß-rosa


Auf Anraten der Seifenwerkstatt erhöhte ich die Wassermenge um 10%, damit der Seifenleim nicht zu schnell andickt. Deswegen rührte ich ihn auch kaum an. So war alles nach 24 Std. immer noch flüssig, und erst nach 1 Woche konnte ich die Seife schneiden. Die Konsistenz war zT sehr krümelig - das nächste Mal rühre ich etwas länger! Ich hatte aber Glück, daß sich die Seife nicht trennte. Die Farbe sah außen eher eisenoxid-rot aus, innen hatte sie aber das gewünschte Rosa. Nach dem Halbieren des Seifenleims färbte ich beide Teile extra ein. Zuerst kam weiß in die Form. Dann goß ich rosa immer auf der Mittellinie hin und her, danach ebenso an den Außenrändern, so daß ein rosa-weiß-rosa-weiß-rosa längsgestreiftes Muster entstand. Dann ging es in Burgzinnen mit einem Schaschlikspieß längs und quer durch die Seife, um zu marmorieren.

10. schwarze Olivenölseife


1200g Olivenöl
315g Kokosfett
500g Wasser
NaOH
20ml Duftöl Ingwer Soufflee(BHW)
2 TL Eisenoxid-schwarz Farbpigment (Fa. Holzweg) 3 Kohletabletten


schwarze Olivenölseife


Das Rezept ist aus der Seifenwerkstatt. Leider färbten meine letzten 3 Kohletabletten nicht dunkel genug, so daß ich auf schwarze Wandfarbe zurückgriff. Später hieß es, gerade diese Farbe würde für schnellen Ranz sorgen, und das ist bei einer Olivenölseife, die besonders lange reifen muß, erst richtig ungünstig. Deshalb reift die Seife lichtgeschützt im Pappkarton. Sie war anfangs sehr weich und bekam Dellen beim leisesten Druck. Gestempelt ist sie wieder mit Lidschatten.

11. Ugly Soap Award 2011


100g Kokosfett
250g Schweineschmalz
50g Rizinusöl
100g Rapsöl
100g Sojaöl
225g Gurke mit Wasser
NaOH
1 TL Titanoxid (weiß)


Ugly Soap Award 2011 Ugly Soap Award 2011


Ein Rezept mit Schweineschmalz, was die Seife etwas transparent erscheinen läßt. Nach dem mißlungenen Färben von Nr.4 wollte ich diesmal eine Gurkenfarbe ohne zusätzliches grün haben. Den Seifenleim trennte ich, zum kleineren Teil kam in Öl angerührtes Deckweiß. Das Marmorieren ging gründlich schief, weil ich zu lange rührte. Während der weiße Teil nicht andicken wollte, wandelte sich der grüne Teil ins Puddingstadium um, so daß ich nur noch etwas unterrühren konnte. Nach dem Trocknen wurde der grüne Teil braun, was die Seife endgültig verhunzte. Sie sieht aber sehr ökologisch-gesund aus, das ist ja auch was. Das Duftöl habe ich mal wieder vergessen, obwohl es bereitstand.

12. Gurkenseife mit Honigmelone


300g Kokosfett
300g Fettstange
225g Rapsöl
225g Sonnenblumenöl
225g Olivenöl
40g Mandelöl
100g Kakaobutter
330g Melone
150g Gurke
30g Wasser
NaOH
20ml Duftöl Rosmarin (BHW)
etwas Titanoxid (weiß)


Gurkenseife mit HonigmeloneGurkenseife mit Honigmelone


Das Rezept ist aus dem Naturseifenbuch. Da ich noch Melone übrig hatte, wurde auch sie püriert und dazugegeben. Die Färbung entsteht durch die pürierte Gurke, die besonders pflegend sein soll.

13. marmorierte Seife weiß-blau-rosa


250g Kokosfett
200g Fettstange
300g Rapsöl
150g Sonnenblumenöl
50g Rizinusöl
350g Wasser
NaOH
Titanoxid (weiß) ultramarinblaues Farbpigment (Fa. Holzweg)
ultramarinrotes (=rosa) Farbpigment (Fa. Holzweg)


marmorierte Seife weiß-blau-rosa


Diesmal löste ich das Deckweiß in der Lauge auf, dh. auch weiß und rosa haben es dabei. Den Seifenleim rührte ich bis zu den ersten leisen Anzeichen des Zeichnens. Dann teilte ich ihn schnell und rührte die Farben nur kurz mit dem Schauber (Teigpeter) um. In die Mitte des weißen Seifenleims goß ich den blauen Seifenleim immer auf der Mittellinie hin und her. Er sank nicht an allen Stellen bis nach unten. Dann löffelte ich rosa Kleckse dazu. Mit einem Schaschlikspieß marmorierte ich in engen Burgzinnen längs und quer. Diesmal war die Konsistenz gut, obwohl Rosa natürlich nur bis zur Mitte einsank.

14. Zebraseife


250g Kokosfett
250g Fettstange
25g Rapsöl
250g Olivenöl
50g Mandelöl
30g Distelöl
413g Wasser
NaOH
20ml Duftöl Ingwer-Sofflee (BHW)
20ml Duftöl Erdbeer-Rhabarber (BHW)
2 TL etwas Titanoxid (weiß)
1 TL rosa Farbpulver (Holzweg)
Seifenscheiben von Nr. 10.


Zebraseife


Das Grundrezept wurde mit mehr Wasser und TiO angerührt. Das Farbpulver wurde zuerst mit etwas Öl angerührt. Den Seifenleim teilte ich auf: Der größte Teil wurde mit Ingwer-Souflee beduftet, dann in die Kastenform gegeben, die einmal "abgewaschenen" und dann auf einem Handtuch ausgebreiteten vorbereiteten schwarzen Einleger reingesteckt. Der kleinere Teil wurde mit rosa eingefärbt, mit Erdbeer-Rhabarber beduftet und in Hello-Kitty-Formen gefüllt.

15. Olivenölseife


440g Olivenöl
134g Wasser
NaOH
5ml Duftöl Maiglöckchen


Olivenölseife


Weil mein NaOH zur Neige ging, die neue Bestellung aber noch nicht da war, beschloß ich, aus dem Rest NaOH eine Seife zu machen. Weil man die Seife rückwärts nur berechnen kann, wenn es eine 1-Öl-Seife ist, suchte ich mir Olivenöl aus. Laut Verseifungszahl errechnete ich 424g Öl, damit hatte ich allerdings 0% Überfettung. Mittels Seifenrechner berechnete ich 440g Öl für eine ÜF von 3-4. Olivenölseifen neigen zum Schleimen, wenn sie nicht lang genug gereift sind. Deshalb habe ich die ÜF eher niedriger angesetzt.

16. Seifentorte


288g Sonnenblumenmargarine
250g Kokosfett
250g Rapsöl
300g Olivenöl
50g Rizinusöl
100g Kakaobutter
4g Lanolin
425g Wasser
NaOH
10ml Duftöl Vanille-Karamell 1 EL Back-Kakao 2 EL TiO 2 EL Rosa (ultramarin-rot von Holzweg)


Seifentorte

Eine Torte ist nicht schwerer als jede andere Schichtseife auch. Das Wesentliche ist, daß sie unten einen braunen Boden haben sollte, und darüber eine helle, meist marmorierte Schicht. Außen hin kommt Sahne (Whipped).
Ich bereitete 3 Schälchen mit in Öl verrührter Farbe vor. Etwas Seifenleim kam in eine kleine Schüssel, die ich mit Braun vermischte. Den Rest färbte ich weiß. Davon nahm ich etwas Seifenleim ab und färbte ihn Rosa ein. Da meine Haribo-Plastikdose leicht konisch zulief, goß ich erst weiß hinein, marmorierte mit rosa, und obenauf goß ich den braunen Boden. Da ich etwas zu viel Wasser im Rezept hatte, vermischte sich etwas Braun mit dem Marmorierten, so daß ich Braun dazumarmorierte. Zum Glück, denn das Rosa sieht man fast gar nicht. Also rührte ich Braun, bis es wie Schokopudding aussah und löffelte es vorsichtig auf das Helle. Diesmal hielt es. Nach der Gelphase waren obenauf Laugenbläschen. Deshalb mußte ich sie aufschneiden, um mich zu vergewissern, daß sie innen keine bösen Überraschungen barg (war zum Glück alles trocken). Vielleicht habe ich zu viel Kakaobutter im Rezept gehabt, die den SL zu stark aufheizte. Die Sahne ist mit dem Rezept von Nr. 8 gemacht.

17. Salzseife


100g Lanolin
300g Kokosfett
600g Rapsöl
200g Sheabutter
400g Wasser
NaOH
1000g Salz je 5ml Duftöl ZimtOrange, Wintermärchen (Primavera)


SalzseifeBröckelige Salzseife


Das Rezept ist aus der Seifenwerkstatt. Da ich las, daß Salzseifen sehr schnell hart werden, weshalb man sie in Einzelformen füllen sollte, rührte ich lieber weniger als mehr: Zu wenig, denn die Seife krümelte. Sie wusch zwar sehr schön, auch mit Schaum (dank des Lanolins) und pflegend, aber man durfte sie nicht scharf angucken. Ich zerdrückte sie mit der Gabel (sah aus wie gekrümelter Feta) und gab die Krümel in eine neue Seife. Man hätte sie auch aussalzen und zu Putzseife verarbeiten können, aber das wollte ich wegen der Sheabutter ungern tun. Nochmal schmelzen geht bei einer Salzseife ja nicht, weil sie sich dann nur trennen würde.
Salzseifen sollen sehr zart und pflegend sein. Sie schlucken Farbe und Duft - stimmt, das Duftöl ist nur zu riechen, wenn man's weiß. Hab sicher auch wieder zu wenig genommen...

18. Gebildseife


wie Nr. 6 (Kaffeeseife):


marmorierte Einleger für Gebildseife Gebildseife
Gebildseife
Woher der Name? Einmal bekam ich zur Silvesterfeier Gebildgebäck geschenkt, das das darstellen sollte, was einem das Neue Jahr bringen sollte. Diese Seife siedete ich zu Neujahr, und innen sind Einleger eingegossen, die sich erst beim Waschen zeigen.
Zuerst machte ich eine Kaffeeseife (Nr. 6). Den Seifenleim teilte ich in zwei Teile, die ich mit Deckweiß aufhellte bzw. mit Backkakao abdunkelte. Die Lauge war mit Kaffee angerührt, aber der färbt gar nicht besonders schwarz. Dann goß ich beide Farben in eine flache Form (1-2 cm hoch) und marmorierte sie. Am nächsten Tag stach ich mit meinen Edelstahlkeksausstechförmchen die Motive aus. Den Rest verknetete ich zu Kugeln (Handschuhe nicht vergessen - der Seifenleim ist auch am nächsten Tag noch scharf).
Dann siedete ich noch eine Kaffeeseife, in die ich die Einleger eingoß. Beim Gießen sollte man sich die Formen so markieren, daß man am nächsten Tag noch weiß, wo man schneiden darf, und wo die Einleger sind.
Einlegerseifen verziehen sich, wenn die Einleger älter als der Rest sind, weil diese dann schon trocken sind und nicht mehr schrumpfen. Außerdem verbinden sich verschiedene Seifenmassen schlechter als ähnliche Rezepte. Deshalb habe ich beide Seifenmassen in kurzem Abstand und mit demselben Rezept angerührt. Diese Seife deckte ich nicht mit Frischhaltefolie ab: Man sieht die weißen Oberflächen. Das ist Sodaasche - ein reiner Schönheitsfehler, der hier sogar einen interessanten Effekt gibt. Der Seifenleim dieser Kaffeeseife ist wie Schokopudding und läßt sich gut verstreichen. Die weißen Stücke links verzierte ich mit einem Löffel. Die runden Stücke in der Mitte sind in Plastikverpackungen von Schokoweihnachtsmännern gegossen. Man kann die Einleger kurz befeuchten, das habe ich bei diesen frischen Stücken aber nicht gemacht. Sie verschieben sich, wenn man den umhüllenden Seifenleim dazugießt. Deshalb habe ich alles vorsichtig draufgelöffelt.

19. Lorbeerölseife


134g Olivenöl
42g Lorbeeröl
59g Wasser
NaOH


Lorbeerölseife

Mal wieder war mein Ätznatron fast zu Ende, und so rechnete ich mit dem Seifenrechner rückwärts aus, wieviel Öl ich benutzen müsse. Lorbeeröl ist grün mit Knubbeln und stinkt. Die Seife stinkt nach 5 Wochen immer noch. Anfangs war sie grün, jetzt allmählich bekommt sie etwas Patina. Die Idee zu einer Lorbeerölseife hatte ich, weil die Alepposeifen (die nur in Aleppo gesiedet werden dürfen) dieselbe Ölkombination haben.

20. Moccaseife


300g Palmkernöl
300g Fettstange
250g Rapsöl
200g Olivenöl
20g Sesamöl
15g Mandelöl
18g Lanolin
75g Rizinusöl
2 EL Kakao
2 EL Deckweiß
300g Wasser
NaOH
75g Hafersahne


Moccaseife

Diese Seife hat zwar kein Mocca drin, aber sie erinnert mich daran. Die Anregung kommt von Claudia Mold, die diese Idee wiederum von AYU Tokyo Factory, einer japanischen Seifensiederei, hat. Ich wollte sie nachsieden, aber mein Seifenleim war schon so puddingförmig, daß es nichts aus der feinen Löffelmarmorierung wurde, sondern in der obersten Schicht leider nur ein paar grobe Batzen zu sehen sind. Vielleicht wäre ein Teelöffel sinnvoller gewesen.
Im Rezept ist Hafersahne aus dem Ökoladen. Deshalb war es aufwendig, die NaOH- und Wassermenge nachzurechnen. Lt. Seifenrechner hätten es 394g Flüssigkeit sein sollen. 75g davon sind Hafersahne, 300g Wasser. Damit ist die Flüssigkeitsmenge um 20g(5%) reduziert. Die Verseifungszahl von Hafersahne ist unbekannt. Hafersahne hat 13% Fett, was hier 9,75g ergibt. Deshalb rechnete ich Seifenrechner mit 10g Palmöl als Ersatz für das in der Hafersahne enthaltene Fett. Im Zweifelsfall verändere ich bei einer Überfettung von 6-8% nur den Überfettungsgrad, bleibe aber bei diesen Mengen im Toleranzbereich für Seife. Ich muß also nicht befürchten, zu wenig Öl für die Lauge bereitzustellen.

21. Einlegerseife - Resteverwertung - Ugly Soap Award 2012


50g Walnußöl
50g Distelöl
225 Kokosöl
260g Rapsöl
250g Sonnenblumen-Margarine
55g Rizinusöl
50g Lanolin
160g Hafersahne
160g Wasser
NaOH


EinlegereifeEinlegerseife mit Salzseifenkrümeln

Und schon wieder ein Anwärter auf den Ugly Soap Award. Die Seife hätte so schön sein können, wenn ich nicht noch die grünen Blumen von Nr. 5 (Reste) dazugeschmissen hätte. Dieses Grün sieht einfach nur schlimm aus. Aber was soll's. Sie wäscht, und ich hab meine Reste verwertet. In der Hälfte des Seifenleims sind auch noch ein paar Bröckel von Nr. 17, die ja auch wegmüssen. Diese Stücke sind beige mit weißen Pünktchen drin - auch nicht schöner. Auf die inneren Werte kommt es an, gell?

22. Ziegenmilchseife mit Strukturfolie - Wellen am Meer


300g Kokosöl
300g Palmöl
240g Olivenöl
240g Rapsöl
150g Sonnenblumen-Margarine
120g Sonnenblumenöl
100g Mandelöl
50g Rizinusöl
550g Ziegenmilch
NaOH
Ultramarin blau (Holzweg)
Titanoxid


Einlegereife

Milchseifen sollen sehr pflegend sein. Das Rezept ist aus dem Buch von Claudia Kasper. Laut Seifenrechner ist zu viel Wasser drin, das habe ich aber so gelassen. Das NaOH habe ich mit 5-6% Überfettung mit dem Seifenrechner berechnet. Dazu kommt noch der Fettanteil aus der Ziegenmilch, der nicht eingerechnet ist. Das heißt, daß ich nicht 5-6% Überfettung habe, sondern eigentlich etwas mehr.
Wenn man eine Lauge mit Milch anrührt, wird diese meist gelb und stinkig, weil das Milchfett noch beim Anrühren mit dem NaOH reagiert und "verbrennt". Das schadet der fertigen Seife nicht, ist aber ein Schönheitsfehler in der Zubereitung (soweit ich es mir angelesen und ausprobiert habe jedenfalls). Deshalb habe ich diesmal mit gefrorener Milch gearbeitet, ohne Wasser zuzugeben. Man soll außerdem immer nur wenig NaOH auf das Eis geben, und erst wenn dieses gelöst ist, die nächste Dosis dazugeben. Bei mir tat sich überhaupt nichts. Anscheinend war das Eis so kalt, daß sich das NaOH nicht lösen konnte. Deshalb gab ich 1 EL Wasser auf das auf dem Eis liegende NaOH, um den Prozeß anzuschieben. Das klappte gut: Alles blieb kalt genug, daß das Eis jetzt zwar langsam schmolz, aber die Lauge weiß blieb.
Etwa 1/3 des Seifenleims färbte ich blau. Dazu rührte ich etwas blau in etwas Öl an und gab es nach dem Zeichnen zum Seifenleim dazu. Den Rest des Seifenleims färbte ich mit Titanoxid weiß. Weil der Seifenleim nicht andickt, wenn ich das Deckweiß zu früh reingebe, rührte ich diesmal erst bis zum Zeichnen, und dann gab ich erst das in Öl angerührte TiO dazu. Ein paar Schlieren blieben ungefärbt, was den Wellencharakter der fertigen Seife nur noch verstärkt.
Unten in die Form legte ich Strukturfolie. Diese ist im Konditoreibedarf erhältlich (Muster heißt zB "petites arabesques") und besteht aus durchsichtiger Plastikfolie. In der Holzblockform ging das prima, in der Silikonform konnte der Seifenleim, der eher mehr als zu wenig Wasser hatte, nicht genug austrocknen, und dort blieb das Muster matschig. Ich rollte dieses Seifenstück also wieder mit der Teigrolle glatt und preßte 1 Tag später die Strukturfolie nochmal drauf. Das Ergebnis ist nicht mit dem aus der Blockform vergleichbar, aber es geht. Es gibt auch Silikonmatten, aber die wären mir zu teuer, um sie passend für die Blockform zu zerschneiden. Vielleicht machte ich mal einen Silikonabdruck von meiner Folie...
Die Bilder sind mit dem Programm Photoscape als "Albumseite" zusammengestellt.

23. Sturmgetier - Seife mit Farbverlauf


230g Schmalz
230g Rapsöl
230g Erdnußöl
170g Kokosfett
30g Rizinusöl
300g Wasser
NaOH
15ml Duftöl Lavandin
2 TL Ultramarinblau (Holzweg)


Farbverlaufsseife

Für eine Seife mit Farbverlauf, die mich sehr stark an Landschaften erinnert (zumindest, wenn man so arbeitet wie ich, daß einem auch mal die Schichten ineinanderlaufen können), erzeugt man zuerst den normalen Seifenleim aus Öl und Lauge und rührt ihn bis zum Andicken. Dann nimmt man eine zweite Schüssel und gießt einen kleinen Teil hinein und färbt ihn sehr dunkel mit dem gesamten Farbpulver (das man vorher mit 1 EL der Ölmenge verrührt hat) und gießt die Hälfte davon als unterste Schicht in die Form, die andere Hälfte des Dunkelblauen Seifenleims behält man in der Schüssel und gießt eine neue kleine ungefärbte Portion Seifenleim dazu. Selbstredend verrührt man alles nun zu einem etwas helleren Blau und gießt vorsichtig die zweite Schicht auf die erste in die Seifenform. Wenn der Seifenleim zu flüssig ist, kann man Alkohol (Parfum) auf die untere Schicht sprühen. Das hilft aber nicht immer. Man kann auch warten, wenn man die Geduld hat. Und man sollte eher vorsichtig drauflöffeln als gießen. Für die zweite Schicht nimmt man wieder etwa die Hälfte des blauen Seifenleims. Das Spiel wird wiederholt, bis der helle Seifenleim alle ist. Für die oberste Schicht habe ich noch etwas Ultramarinpulver dazugegeben. Es sieht auch gut aus, wenn man zwischen die beiden obersten Schichten noch eine dünne dunkle Ader siebt (zB mit Kakao). Wenn man die Seife dann noch mit einem Bäumchen stempelt, hat man eine Landschaft. Ich habe sie mit einer Echse versehen, die ich mit Lidschatten eingepinselt hatte. Da ich mit demselben Farbpulver auch unsere Badezimmerwände lasierte habe ich nun eine Seife passend zur Wandfarbe.

24. Muttermilchseife


400g Palmfett
250g Kokosfett
300g Rapsöl
200g Sojaöl
150g Mandelöl
 50g Kakaobutter
250g Olivenöl
555g Muttermilch
NaOH
2 TL Titanoxid weiß


Muttermilchseife

Das Rezept habe ich nach einem Milchseifenrezept aus dem Buch Seifenwerkstatt abgewandelt. Die Seife ist diesmal nur mit 4% lt. Seifenrechner überfettet, weil dazu ja noch das Fett aus der Muttermilch kommt (was nicht viel ist), damit sie sich etwas länger hält. Manche haben Probleme, wenn sie von dieser Seife hören, dabei ist doch eine Schafs- oder Ziegenmilchseife nichts anderes, nur daß diese Milch etwas häufiger im Alltag vorkommt. Den Stempel bekam ich passenderweise von meiner Hebamme geschenkt. Die Seife duftet sehr gut, obwohl kein Duftöl drin ist. Außerdem schäumt sie schön fein und ist recht cremig, wie man das von Milchseifen allgemein kennt.

25. Pünktchen


100g Olivenöl
200g Babassuöl
200g Palmkernfett
100g Kokosfett
70g Sheabutter
150g Rapsöl
50g Rizinusöl
100g Sesamöl
50g Mandelöl
50g Erdnußöl
50g Walnußöl
100g Avocadoöl
415g Wasser
NaOH
10ml Duftöl ScentSationals Raspberrychamps
5 Msp. Dragocolor Rosenrot
3 TL Titanoxid weiß
1 Pr. Zucker


Pünktchenseife

Die Idee ist aus dem Seifenforum geklaut. Zuerst habe ich den roten Seifenleim hergestellt. Das Pulver ist wasserlöslich. Das heißt, wenn man es mit etwas Rohleim anrührt, sieht man nichts. Man muß es in einer Pfütze Wasser anrühren. Vielleicht blutet die Seife später mal aus, weil ich so insgesamt zu viel Pulver reingeben mußte. In den roten Seifenleim habe ich gekürzte Strohhalme gesteckt. Die Dicken lassen sich später sehr gut mit dem innenliegenden Seifenleim rausziehen, so daß an dieser Stelle auch wirklich ein Loch ist. Am nächsten Tag habe ich den weißen Seifenleim angerührt. Weil ich festgestellt habe, daß es nicht andickt, wenn man das TiO in den Seifenleim gibt (s. Ugly Soap Avard 2011), habe ich es diesmal in die Lauge gegeben. Es dickte an, und ich hatte Mühe, es in die Strohhalmlöcher zu geben. Ich klopfte die Formen gründlich auf die Tischplatte, bis keine Luftblasen mehr nach oben stiegen. Am nächsten Tag knetete ich etwas frische weiße Seife von der anderen Seite in die noch ungefüllten Löcher. Man sollte die Strohhalme eher dicht stecken, sonst haben die kleinen Seifenstücke nur 1-2 Punkte. Beim Abwaschen der Seifenreste sah ich sehr viel Schaum, der allerdings nicht sehr stabil war, sondern nur so abgewaschen wurde. Das Rezept ist selbst zusammengestellt nach der Methode: Was gibt Schaum, was muß weg, und was muß ich noch ergänzen, um auf ca. 50% feste Fette und 50% Öle zu kommen?

27. Die Monde des Jupiter


250g Kokosfett
230g Palmkernfett
100g Kakaobutter
 40g Bienewachs
 50g Lanolin
 70g Babassuöl
 50g Sojaöl
111g Erdnußöl
300g Rapsöl
 70g Rizinusöl
 50g Sesamöl
550ml Wasser
NaOH
4 Msp. Rosenrot (behawe)
10 ml Duftöl Vanille-Karamell (behawe)
Seifenkugeln von der Gebildseife
diverse Seifenschnipsel


die Monde des Jupiter - rote Seife mit marmorierten Kugeln

Das Rezept habe ich frei zusammengestellt, weil einige Öle verbraucht werden sollten. Da das Anrühren der Farbe im Rohleim bei der Pünktchenseife nicht geklappt hatte, rührte ich diesmal 2 Msp. in die Lauge. Die wurde aber auch nicht rot. Deshalb rührte ich weitere 2 Msp. Farbpulver in einer Pfütze Wasser an und gab es in den Seifenleim. Als ich den leeren Laugenbehälter mit etwas Wasser ausspülte, wurde dieses auch ganz rot. Also: Die Farbe ist wasserlöslich, sonst nichts. Im roten Seifenleim verrührte ich einige alte Seifenschnipsel, die ich vorher in Wasser eingeweicht und abgetropft hatte. Dadurch wurde das Rot ein bißchen pastellfarben. Ich goß es in einzelne Blockformen. Eine Form ließ ich rein rot für die nächste Seife (Nr. 28). In eine andere Form rührte ich schwarze und braune (eingeweichte und abgetropfte) Seifenkugeln (Reste von anderen Seifen) unter. Am besten gefallen mir die Seifen, wo die Kugeln aber nicht unten schwimmen, sondern nur in den oberen Schichten stecken.

28. Markisenseife


300g Kokosöl
310g Palmöl
240g Olivenöl
200g Rapsöl
150g Sonnenblumen-Margarine
125g Sonnenblumenöl
140g Mandelöl
 60g Rizinusöl
160g Ziegenmilch
350g Wasser
NaOH
15ml Duftöl Erdbeer-Rhabarber (behawe)
Titanoxid


Markisenseife

Das Rezept habe ich nach Nr. 22 abgewandelt, weil ich eine weiße Seife mit den roten Stücken von Nr. 27 kombinieren wollte. Das Fett aus der Ziegenmilch habe ich unberechnet gelassen, dh. sie ist etwas mehr als meine üblichen 5-6% überfettet. Da Milch nur ca. 4% Fett hat, enthält die Seifenmasse unberechnete 6g Milchfett, was bei einer Gesamtfettmenge (GFM) von über 1500g noch nicht mal 0,5% entspricht. Alleine die Waagenungenauigkeit dürfte in dieser Größenordnung liegen.
Ich schichtete abwechselnd weißen Seifenleim und die quer aufgeschnittenen Blöcke von Nr. 27 in die Blockformen. Dabei muß man aufpassen, daß keine Löcher entstehen, dh. daß man gerade Oberflächen streicht. Ich nahm bis auf 15g Wasser reines Eis, da Milchseifen möglichst kalt bleiben sollen, damit das Milchfett nicht gleich beim Anrühren der Lauge verseift bzw. verbrennt und stinkt (obwohl das in der fertigen Seife nachher egal wäre). Milchseifen sollen aus dem Grund auch keine Gelphase haben, dh. in Einzelformen (nicht Holz) und unisoliert über Nacht stehen. Am nächsten Tag war etwas abgesetztes Öl an den Seifenrändern, das ich abgetupft habe. Obwohl ich alles mit Parfum besprüht hatte (Alkohol soll gegen Sodaasche helfen), war am nächsten Tag überall Sodaasche drauf. Das ist aber auch nur ein Schönheitsfehler, und auf weißer Seife sieht man sie kaum. Vielleicht muß der Alkohol höherprozentig sein. Einige Blöcke schnitt ich als kleine eckige Leuchttürmchen auf - der Sommer ist gerade vergangen, und ich hatte heuer gar keinen Strand...

29. Salzseife


100g Lanolin
300g Kokosfett
550g Palmöl
50g Sonnenblumenöl
200g Sheabutter
400g Wasser
NaOH
1000g Meersalz


Salzseife

Salzseifen sind sehr mild und werden recht hart. Mein 1. Versuch war zu kurz gerührt und ergab feines Seifenpulver zum Baden. Diesmal rührte ich länger und bekam harte Stücke. Man kann sie nach dem Festwerden schlecht schneiden, weil sie bröckelt, deshalb nimmt man für Salzseife Einzelformen.

30. Honigseife / Rosenseife


50g Rizinusöl
300g Kokosfett
500g Palmöl
200g Sesamöl
200g Sonnenblumenmargarine
250g Rapsöl
400g Wasser
NaOH
2 EL Hönig (1.)
Duftöl Wintermärchen (behawe) und Orange (Waschbär)
gelbes Farbpigment (Holzweg) (1.) bzw.
Titanoxid-weiß (2.)


Honigseife

Das Rezept wandelte ich nach der Honigseife aus dem Buch „Seifenwerkstatt“ ab. Aus dem Seifenleim erstellte ich 2 optisch verschiedene Seifen: Eine gelbe Honigseife (danke an die Krapfen-Verpackung vom Supermarkt, die ich als Form nahm) und eine weiße Rosenseife. Orangenöl ist in beiden Seifen drin, Wintermärchen-Duftöl nur in der Honigseife. Zitrusdüfte sind sehr flüchtig... stimmt. Honig heizt die Seife auf, deshalb habe ich sie nicht isoliert. Auch so war sie am nächsten Morgen noch sehr warm. Sie ließ sich hervorragend aus der Form lösen. Dafür hatte sie selbst unten in der Form viel Sodaasche!
An diesem Beispiel sieht man, daß man aus der Optik einer Seife nicht auf den Inhalt schließen darf!

31. Terra


280g Palmfett
260g Kokosfett
230g Olivenöl
100g Kakaobutter
100g Avocadoöl
340g Wasser
NaOH
Duftöl (Rosmarin)
Heilerde
Seifenreste


Terra - Seife mit Heilerde

Das Rezept ist von meiner Venusseife (Nr. 1) abgewandelt. Ich teilte den Seifenleim. Die erste Hälfte bekam angeweichte Seifenschnipsel (Reste) und Duftöl. Die 2. Hälfte bekam 4 Meßlöffel Heilerde (Luvos fein) und große Seifenreste. Zum Trennen der beiden Schichten streute ich dick Heilerde auf die untere Schicht, ca. 6-7 Meßlöffel insgesamt.

32. Molkenseife mit Einlegern


340g Palmfett
250g Kokosfett
300g Rapsöl
200g Sojaöl
200g Sheabutter
200g Olivenöl
410g Wasser
NaOH
100ml Wasser mit 4 EL Molkenpulver
10 ml Duftöl (Ylang Ylang)
4 EL Titanoxid


Molkenseife mit Einlegern

Wiedermal ließ ich mir vom Buch "Seifenwerkstatt" helfen, das ich Euch sehr empfehlen kann! Das Duftöl dickte sehr schnell an. Dazu kam, daß ich die Wassermenge um 100ml für die angerührte Molke reduziert hatte. Sprich, es wurde sehr schnell Pudding. Nach dem Andicken goß ich die Molke dazu, die gelb wurde und stank. Die fertige Seife war trotzdem weiß. Vom Duftöl ist nicht viel zu riechen, war wohl zu wenig. In den Pudding gab ich angeweichte Seifenreste (bunte Kugeln) und goß alles in eine Stapelchipsdose. Da Milchseifen nicht isoliert werden (damit sie nicht noch mehr stinken), stellte ich die Seife über Nacht raus (ca. 2°C). Vielleicht habe ich zu viel Deckweiß reingegeben? Die Seife ist ziemlich matschig und bröckelt.

33. Überraschungsseife


415g Palmfett
330g Kokosfett
200g Sesamöl
100g Rizinusöl
350g Kaffee
NaOH
Duftöl (Vanilla Caramel von behawe)
2 EL Backkakao


Überraschungsseife - Kaffee-Kakaoseife mit Einlegern

Hierfür habe ich Rezept 6.) abgewandelt. Innen in der Kaffeeseife sind die restlichen Einleger, die ich für die Gebildseife Nr. 18 ausgestochen hatte. Ich rührte nur bis zum ersten Andicken, weil ich wußte, daß ich für das Löffeln des Seifenleimes in die ganzen Einzelformen lange brauchen würde - eine Zeit, in der der Leim von selbst weiter andickt. Als Formen dienten mir kleine Joghurtbecher (Miniportionen aus der Jugendherberge). Die Seife bekam viel Sodaasche, was mich hier aber nicht stört. Den Namen hat die Seife natürlich, weil beim Waschen die Einleger hervorkommen. Ich hätte die Seife nach dem Einfüllen des Seifenleims noch mehr klopfen müssen, damit die Einleger besser eingeschlossen werden.

34. Holunderbeersaftseife


250g Palmfett
250g Kokosfett
100g Sheabutter
50g Sesamöl
60g Avocadoöl
50g Rizinusöl
60g Erdnußöl
350g Rapsöl
60g Olivenöl
465g Holunderbeersaft
NaOH
Duftöl (Erdbeer-Rhabarber von behawe)
2 EL TiO


Holunderbeersaft-Seife

Ein Schrankputzer-Rezept, denn meine Öle wurden älter. Nach dem Andicken hab ich den Seifenleim geteilt un die eine Hälfte mit Deckweiß aufgehellt, die andere so gelassen. In einer Form hab ich marmoriert, dann die beiden Farben in eine Schüssel gegossen und als Topfmarmorierung in Einzelformen gegossen.
Da der Seifenleim toll nach Beeren duftete und rot war, hab ich Erdbeer-Rhabarber-Duft genommen. Die Seife sieht eher aus wie Holz, und das verwirrt die Nase, die nicht mit Fruchtduft gerechnet hatte. Ansonsten aber sehr pflegend und gut schäumend. Merke: Holunderbeersaft wird beim Verseifen braun.

35. Olas Seife


250g Palmfett
250g Kokosfett
250g Schmalz
250g Olivenöl
250g Rapsöl
50g Rizinusöl
100g Avocadoöl
500g Wasser
NaOH
Duftöl (Honig, Pfefferminz, engl. Rose, Erdbeer-Rhabarber)
Farbpigmente blau, gelb (Holzweg)


Aleksandras Seife

Unsere polnische Austauschschülerin interessierte sich für Chemie: Eine gute Basis zum gemeinsamen Seifensieden. Der Leim wurde geteilt und unterschiedlich beduftet und gefärbt. Ein Teil wurde gelb mit Honigduft in eine Wabenform gegossen (sah aus wie Nr. 30). Ein Teil wurde blau mit etwas gelb als Topfmarmorierung und Pfefferminzduft in Blockformen gegossen, in die wir unten eine Toffifee-Verpackung gelegt hatten - sieht aus wie Lego. Ein Teil wurde rot mit Rosen- und Fruchtduft in Rosenformen gegossen (ohne Bild, aber Ihr könnt Euch eine rote Rosenseife sicherlich vorstellen).

36. und 37. Hotelseife


400g Olivenöl
250g Palmfett
220g Wasser
NaOH
ca. 800g geraspelte Hotelseife
1 alte Nektarine


Hotelseife

Ich erbte etwa 150 Hotelseifen, Zeugnisse eines ganzen Arbeitslebens. Ich sortierte sie nach Farbe und goß sie in einer neuen Seife ein. Der Seifenleim wurde nicht dick und zeichnete nicht, da ich die Wassermenge um ein Drittel erhöht hatte. Die Seifenraspel hätte ich vorher einweichen sollen, hab ich aber nicht. Also wurde der Seifenleim nicht weich, sondern blieb trotz pürieren krümelig. Deshalb ließ er sich trotz langem Nachdrücken nicht blasenfrei in die Formen drücken. Die fertige Seife duftete schwach nach den alten Seifenresten. Insgesamt ok, aber kein Meisterwerk.
Die nächste Fuhre machte ich am zweiten Tag und preßte noch eine alte Nektarine rein. Man sieht die gelben Sprenkel.

38. Apfelseife


250g Kokosöl
250g Schmalz
100g Rizinusöl
100g Rapsöl
200g Olivenöl
250g Palmöl
100g Wasser mit 53g Molkenpulver
400g Wasser
TiO, Spinelli-Grün (Holzweg)
3 Meßlöffel Heilerde (braun)
NaOH
Duftöl (Incense ans Myrrh, Ingwer-Soufflee von ScentSationals)


Apfelseife

Das Rezept ist von meiner Gurkenseife Nr. 4 abgewandelt, weil das eine sehr hautverträgliche Seife war. Damit die Fettanteile der Molke nicht mitverseifen (weil das gelb wird und stinkt), hab ich diesmal erst mit erhöhtem Wasseranteil normal Lauge und Öl zusammengerührt, und erst kurz vor Schluß die Molke dazugegeben. Außerdem hab ich das TiO (Deckweiß) in Öl angerührt, denn dann kann man ewig rühren, bis es endlich andickt.
Das Spinelli-Grün von Holzweg ist auf Wänden wirklich sehr schön frühlingshaft, aber hier in der Seife hab ich immer nur Schiffbruch erlitten. So auch diesmal: Viel zu dunkel, überhaupt nicht lecker. Aber immerhin: meine neuen Apfelformen und die Formen aus Hanoi hab ich damit eingeweiht. Ganz nett ist auch die Seife aus den abhobelten und verkneteten Rändern geworden.

39. blaues Pünktchen


150g Kokosöl
250g Palmöl
250g Schmalz
200g Rapsöl
125g Sojaöl
280g Olivenöl
400g Wasser
Ultramarinblau (Holzweg)
NaOH
Duftöl (Sandelholz, Lavandin, Ylang-Ylang)


blaues Pünktchen

Für eine Seife mit Pünktchen, die momentan als Polka Dots vermarktet werden, gieße ich erst den Teil, der die Löcher haben soll, und am nächsten Tag mit einem ähnlichen Rezept die weiße Füllung. Man muß ewig klopfen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, damit die Löcher wirklich mit dem weißen Seifenleim gefüllt sind. Damit der weiße Seifenleim nicht andickt und nicht mehr in die Löcher paßt, hab ich nur sehr kurz bis zum ersten Zeichnen gerührt. Doch damit läßt sich nur erklären, daß die Seife splitterig wurde. Sie war aber auch leider voller Lauge, muß ein Meßfehler gewesen sein. Ich hab sie erstmal im Ofen gebacken (80 Grad), dadurch konnten einige Stücke nachseifen und bestanden den Küßchentest. Andere hab ich zerschnitten und mit einem Schuß Olivenöl im Ofen geschmolzen. Wenn es wie Schmierseife wird, sich durchrühren läßt, die Farben zerlaufen und keine Klümpchen mehr drin sind, kann man alles in Silikonformen geben und meist nach 2 min. wieder rausholen, dann ist die Seife abgekühlt und kann gleich benutzt werden. Natürlich nur mit Küßchenprobe, ob die Lauge wirklich weg ist. Oven-Hot-Process nennt sich das, OHP-Seife. Doch natürlich schade um das Muster.

40. Carmenseife


614g Schmalz
614g Kokosöl
51g Rizinusöl
100g Rapsöl
425g gefrorener Kaffee
1 EL Kakao, oxid-schwarz (Holzweg)
NaOH
Rossmann-Parfum


Carmen-Seife

Passend zur Opernaufführung eine Erinnerungsseife. Ich hab ziemlich lange getüftelt, bis ich berechnet hatte, wie die Prozentangaben des Rezeptes in meine Mengen umzurechnen sind, und daß damit der Seifenleim für 2 Blockformen reicht. Das Rezept ist von Minis Blog und heißt "BfA - Babassu für Arme", weil Babassu ein sehr teures Schaumöl ist.
Das Rezept läßt sich ähnlich gut wie das Kaffeeseifenrezept Nr. 6 verarbeiten, dickt beim Rühren aber später an. Ich hatte mir zwei Pappschablonen vorbereitet, mit denen ich den schwarzen Seifenleim in Form gebracht hatte. Obendrauf kam dasselbe Rezept in halber Menge in weiß. Allerdings klebte der Seifenblock derart fest in der Form, daß ich beim Rausschneiden den Boden zerbrach!
Gestempelt hab ich mit eigens angefertigten Fimo-Stempeln. Die meisten waren zu groß, dh. verdrängten zu viel Seife. Am besten war ein Stempel, den ich so gemacht hatte: In ein Radiergummi hatte ich mit dem Cutter "Carmen 2014" geschnitzt (Kerbschnitzen), dann hab ich davon mit Fimo einen Abdruck gemacht und im Ofen gebacken. Am Ende hab ich mit rotem Lidschatten gestempelt, damit man die Stempel besser sieht. Auf diesem Bild ist es noch ohne Lidschatten und deshalb kaum zu erkennen. Man erkennt aber die Stierkontur, die ich mit einem Keksförmchen gestochen habe.

41. Stierseife


400g Olivenöl
260g Kokosöl
200g Reiskeimöl
100g Kakaobutter
40g Rizinusöl
1 TL Dragocolor Rosenrot (behawe)sowie ultramarin-rosa (Holzweg) bzw. TiO
8 TL Zucker
4 TL Salz
2g Tussah-Seide
310g Wasser
NaOH
Duftöl Engl. Rose (Manske)
je 50g Seifenschnipsel Hotelseife in blau und rosa


Stier-Seife

Ebenfalls zum Thema Carmen hab ich noch eine Stier-Seife gemacht. Eigentlich wollte ich aus dem Seifenleim Stiere ausstechen (Keksausstecher), und diese Einleger dann in weiß eingießen. Doch beim Ausstechen setzte ich die Einzelteile wieder in die Form und goß sie ebenfalls mit weiß aus - die Konturen sind zwar nicht überall ganz makellos, aber die Seife ist gut gelungen. Die Einlegerseifen dagegen verrutschten ziemlich, und außerdem sind sie kaum zu sehen, da ich sie lieber dünn eingoß als nachher verschiedene Höhen zu haben - eine weniger aufmerksamkeitserregende Seife. So kann's gehen. Ach ja, und das Rosa sollte natürlich ein Rot werden. Aus dem Rest Rosa hab ich noch Rosen gegossen, die ziemlich viel Sodaasche bekommen haben. Dadurch wirken sie ganz samtig und zart. Verpackung mit getrockneten Rosenblüten, die mir mein Mann extra dafür geschenkt hat.
Das Rezept ist ebenfalls von Minis Blog und heißt "Kakaobutter-Reiskeim-Traumschaum". Da sich die Seide nur in der Lauge löst, wenn diese heiß ist, darf man nicht mit Eis arbeiten, sondern mit normalem Wasser. Die Seife fühlt sich gut an, ähnlich wie Schmalz-Seife, ist etwas krümelig, schäumt prima. Da ich in den weißen Seifenleim noch die bunten Seifenschnipsel gegeben hatte, pürierte ich nicht, sondern rührte von Hand. Damit es auf jeden Fall verseift, habe ich die Form im Backhofen bei 50 Grad 30 min warmgestellt.

42. Löwenzahnseife mit Heilerde


500g Palmöl
300g Kokosöl
400g Reiskeimöl
250g Rapsöl
50g Rizinusöl
Maisgelb (Holzweg), Heilerde
510g Wasser
2 EL Honig
NaOH
Duftöl Honig, Christkindlduft, Orange
grüne Seifenschnipsel Hotelseife
52g Löwenzahnblüten


Löwenzahnseife mit Heilerde

Mein Sohn brachte freudestrahlend einen riesigen Löwenzahnstrauß vom Schulweg an. Wohin mit der schnellebigen Pracht? Ich habe alle Blüten abgeschnitten und in Öl eingelegt, und den Seifenleim gedrittelt: Unten die (Heil-)Erde, obendrüber etwas Grün, und darüber die Löwenzahnblüten.

43. Haidegg


500g Olivenöl
300g Kokosöl
111g Sheabutter
18g Camelinaöl raff. (Manske)
35g Aprikosenkernöl
50g Rizinusöl
1 TL Ultramarinblau (Holzweg)
310g gefrorene Bio-Milch
4 TL Zucker
2 TL Salz
NaOH


Seife

Das Rezept ist aus dem Seifenforum abgewandelt, nach "Minis Cremeseife". Weil Milch schnell stinkt, habe ich sehr kalt gearbeitet. Das hat auch geholfen, der Seifenleim war cremig weiß, weil das Milchfett nicht verbrannte. Obwohl ich kein Duftöl hatte und nur wenig gerührt hatte, dickte der Seifenleim sehr schnell an. Ich spachtelte also schnell das Blau in die Mitte der Kastenform, doch man sieht kaum was vom Secret Swirl, und auch das Salz hat sich kaum gelöst, so daß die Seife nicht besonders ansehnlich ist. Trotzdem ist sie sehr hautfreundlich.

44. Seife mit Heilerde und Mohn


450g Schweineschmalz
450g Kokosfett
40g Rizinusöl
Heilerde
310g Wasser
8 TL Zucker
4 TL Salz
Mohn
NaOH


Seife mit Mohn und Heilerde

Weil Nr. 43 nicht so wurde, wie erhofft, noch einmal ein Secret Swirl. Diesmal habe ich das Rezept "Babassu für Arme" aus dem Seifenforum verwendet. Das Schmalz sorgt für einen leicht transparenten Eindruck, und in der Seife finde ich es ausgesprochen angenehm. Um die Heilerde in die Mitte einzufüllen, habe ich die Kastenform diesmal mit Trennstegen aus Pappe versehen, bevor ich den weißen Seifenleim an den Seiten einfüllte. Dabei muß man die Trennstege nach unten pressen, damit nichts übertritt. Am besten füllt man auch alle 3 Fächer parallel auf.
Obenauf habe ich Mohn gestreut. Damit er hält, habe ich ihn leicht in den Seifenleim gedrückt.
Auf dem Foto sieht man sehr gut, wie ein Secret Swirl aussieht, wenn man ihn quer aufschneidet - ein brauner Strich, mehr nicht.

45. blaue Landschaftsseife für die Tochter


50g Mandelöl
480g Olivenöl
500g Kokosöl
50g Rizinusöl
1 TL Ultramarinblau (Holzweg)
370g Wasser
8 TL Zucker
4 TL Salz
8ml ätherisches Öl (Geranium, TeaTree, Lavendel, Eukalyptus)
NaOH


blaue Landschaftsseife

Das Rezept ist aus dem Seifenforum und heißt "Babassu für Arme" (BfA), weil es ohne das teure Schaumöl Babassu auskommt und trotzdem schöne Schaumseife macht. Bei so einer Farbverlaufsseife fängt man mit einem kleinen Teil Seifenleim an, den man tief einfärbt. Nach und nach verdünnt man ihn mit weiterem Seifenleim, so daß er immer heller wird. Die oberste Schicht habe ich nochmal nachgefärbt. Ganz obenauf habe ich abwechseln blau und weiß gelöffelt und mit Zuckerstreuseln bestreut. Die weißen Krümel sind das Salz. Wenn man Salz in die Lauge gibt, löst es sich nicht mehr.

46. Zwei Mütter


60g Aprikosenkernöl
400g Palmöl
250g Kokosöl
300g Rapsöl
200g Sojaöl
150g Mandelöl
50g Kakaobutter
250g Olivenöl
1 TL Ultramarin rot (Holzweg)
2 TL TiO
225g gefrorene Muttermilch
360g gefrorene Ziegenmilch
Mohn
NaOH


Zwei Mütter

Das Rezept habe ich nach meiner Seife Nr. 24 abgewandelt. Milchseifen werden herrlich cremig, und diese liebe ich ganz besonders als letzte Erinnerung an die Stillzeit. Ich habe nicht so kalt gearbeitet, wie ich erhofft hatte, dh. die Lauge wurde anfangs leicht grünlich, dann hellgelb und sämig. Der fertigen Seife sieht man es nicht an. Den Seifenleim hatte ich geteilt. Den großen Teil habe ich rosa eingefärbt und mit Mohn vermischt, obenauf dann noch einen weißen Teil gegossen.

47. Heilerde im Herbst


450g Olivenöl
750g Kokosfett
250g Schweineschmalz
100g Mandelöl
65g Rizinusöl
Heilerde
Seifenschnipsel
Duföl (Orange, Rosmarin, Sandelholz)
200g Holunderbeersaft
350g Wasser
NaOH


Heilerde im Herbst

Die Seifenschnipsel muß man vorher in Wasser einweichen, damit sie sich mit dem Rest gut verbinden. Die Farbe stammt allein von der Heilerde und vom Olivenöl. Das Rezept ist aus dem Seifenforum, Babassu für Arme, das ich öfter verwende. Jedesmal kommt eine andere Seife heraus.

48. Lebkuchenseife


200g Kokosfett
150g Fettstange
180g Sesamöl
61g Rizinusöl
1 TL Farbe
200g Kaffee
Backkakao
NaOH


Lebkuchenseife

Das Rezept ist von meiner Seife Nr. 6 abgewandelt. Diese Kaffeeseife dickt zügig an, also reicht weniges Rühren. Ich habe die Silikon-Lebkuchenmänner und eine Stapelchipsdose befüllt, am nächsten Tag das Whipped (Nr. 49) mit dem Rezept von meiner Seife Nr. 8 in der halben Menge gemacht. Damit die Männchen ohne Luftblasen in die Form kommen, muß man sehr flüssig arbeiten und die Formen gut ausklopfen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

50. weiß-türkise Seife


235g Fettstange
250g Schweineschmalz
480g Kokosfett
40g Rizinusöl
1 TL grün-blau (behawe)
Eisenoxid-schwarz (Holzweg)
300g Wasser
8 TL Zucker
4 TL Salz
2g Seide
Duföl Herbs-Ex (behawe)
NaOH


weiß-türkise Seife

Wenn man Seide in der Lauge auflösen möchte, geht das nur in heißer Lauge, dh. man muß mehr Zeit zum Abkühlen einplanen, als wenn man mit Eis arbeitet. Ich wollte eigentlich einen blaueren Farbton, aber die bestellte Farbe war dann eben doch sehr grün. Ich habe das Rezept BfA, Babassu für Arme aus dem Seifenforum, genommen, weil es sehr weiß wird, aber leicht abgewandelt, wie immer, wenn mir irgendwelche Öle fehlen. Ich habe nur sehr wenig schwarz angerührt, damit es eine weiße Topfmarmorierung bleibt. Das Grün ist am Ende einfach vorsichtig draufgelöffelt.

51. Marmorseife


250g Schweineschmalz
250g Rapsöls
125g Sojaöl
130g Sesamöl
40g Kakaobutter
75g Kokosöl 60g Rizinusöl
260g Sheabutter
Eisenoxid Schwarz (Holzweg)
TiO
Duftöl HerbsEx (ScentSationals)
400g Wasser
NaOH


Marmorseife

Das Rezept ist aus dem Seifenforum von Mini69 und heißt "il Mare". Für den schwarzen Teil hatte ich nur wenig Seifenleim eingefärbt. Trotzdem war es schon fast zu viel. Als Form hatte ich eine Kabafit-Packung genommen. Der Vorteil ist, daß man einen Deckel und Alubeschichtung hat, es also schön aufheizen und gelen kann.

52. grüngetrichterte Seife


480g Olivenöl
480g Kokosöl
50g Rizinusöl
Spinelligrün (Holzweg)
300g Wasser
8 TL Zucker
4 TL Salz
NaOH
Duftöl Osmanthus (Scentsationals)


grüngetrichterte Seife

Diese Seife wurde in einer Stapelchipsdose getrichtert. Dabei löffelt man abwechselnd weiß und grün mit einem Trichter in die Dose. Die Ringe entstehen, weil die neue Seife die unteren Lagen nach außen drängt. Das Rezept ist wiedermal BfA aus dem Seifenforum. Die Seife war am nächsten Tag noch sehr weich. Beim Schneiden wurden folglich die Kreise etwas zusammengedrückt. Mit einer Saite ginge so was besser zu schneiden, aber ich hatte keine parat.

53. Lavendelseife


400g Sesamöl
200g Olivenöl
200g altes Rapsöl vom Frittieren, gefiltert
115g Sojaöl
ultramarin rot, ultramarin blau (Holzweg)
390g Wasser
25g Lavandin
NaOH


Lavendelseife

Das Rezept ist aus dem Seifenbuch von Claudia Kasper abgewandelt. Eine Topfmarmorierung. Weil ich die Seifen zum Wärmen bei 50 Grad im Ofen über Nacht vergessen hatten, wurde alles schön warm, und Luftbläschen bildeten sich. Um die Marmorierung nicht zu zerstören, ließ ich die Seifen so in den Formen. Man hätte auch alles neu vermischen und abfüllen können. Eine Metamorphosenseife, die nach dem Abwaschen der äußeren Schicht sehr schön aussieht.

54. Meeressehnsucht


600g Fettstange
500g Kokosöl
15g Olivenöl
155g Arganöl
130g Reiskeimöl
250g Rapsöl
100g Rizinusöl
80g Mandelöl
Ultramarin blau (Holzweg)
TiO
600g Wasser
Lavandin, Lavendelöl
1 blau-lila Seidentuch
NaOH


Meeressehnsucht

In heißer Lauge löste ich ein altes blaues Seidentuch auf, die daraufhin braun wurde. Naja. Also habe ich weiter Blau dazugegeben, nachdem ich etwas Seifenleim für den weißen Teil abgeteilt hatte. Die Topfmarmorierung goß ich in Stapelchipsdosen und kleine Silikon-Muffinformen. Das Rezept dickte relativ schnell an.
Die "Sahne" ist wieder ein Whipped nach meiner Seife Nr. 8. Eine relativ schnelle Möglichkeit, lustige Motivseifen herzustellen.

55. Kuß


115g Reiskeimöl
90g Rizinusöl
320g Rapsöl
675g Olivenöl
315g Kokosöl
Oxid Schwarz (Holzweg)
TiO
Heilerde
500g Wasser
25g HerbsEx (behawe) NaOH


Kußseife

Frei nach Rodin - Der Kuß - ist diese Seife entstanden. Die Form hatte ich mit Mica ausgepinselt, die Seife schwarz gefärbt, um einen Bronzeeffekt zu erreichen. Aus dem Rest machte ich eine Schichtseife. Die oberste Schicht ist vom Olivenöl so gelb gefärbt, obwohl ich sogar etwas Deckweiß reingegeben hatte, die mittlere mit Heilerde. Das Rezept war eigentlich mit 1,2kg Olivenöl angegeben, aber ich hatte nur 1 Flasche. Den Rest ersetzte ich. Dabei habe ich vergessen, daß Olivenöl zu den festen Öl zählt. Deshalb habe ich den Richtwert, daß man eine Seife zur Hälfte aus festen und flüssigen Ölen erstellen sollte, ignoriert. Am nächsten Tag war alles noch sehr weich, aber 3 Tage später konnte man die Formen auslösen und die Seife mit einer Saite schneiden.

56. Soleseife


600g Olivenöl
400g Kokosöl
60g Mandelöl
80g Lanolin
85g Palmkernöl
410g Sole
NaOH


Soleseife

Das Rezept stammt von Claudia Mold, ist aber wieder stark abgewandelt. Die Sole habe ich mit ca. 600ml Wasser und ca. 200g Siedesalz aus Göttingen angesetzt. Mehr Salz kann das Wasser wohl nicht aufnehmen. Man muß einen Tag warten, bis sich alles Salz aufgelöst hat. Die Seife ist wirklich sehr glatt. Wenn man das Salz direkt in den Seifenleim gibt, kann es sich anscheinend nicht mehr richtig auflösen.

Seifenform aus Silikon selbst herstellen


Muttermilchseife

Mit einer alten Maus und einer durchgebrannten Glühbirne bin ich das Risiko eingegangen, Silikonformen herzustellen. Es hat wunderbar geklappt, wie man sieht. Beim 2. Versuch ließ sich das Silikon nicht lösen, daraus lernte ich, daß das Silikon dünn gespritzt werden sollte, damit es genug Luftkontakt kriegt und ein bißchen antrocknen kann, bis es bei Berührung nicht mehr klebenbleibt. So geht's jedenfalls: Silikon (diese Tuben aus dem Baumark) aufschneiden und dünne Würste auf eine aufgeschnittene Plastiktüte spritzen, etwas zerdrücken, damit keine Löcher entstehen, Maus drauflegen und alles sachte umhüllen, trocknen lassen, auspacken. Zum Seifengießen die Form in eine Schachtel legen und evtl. mit Papierknödeln stützen. Silikon nicht zu dick spritzen. Als Trennmittel kann man die Maus mit Speisestärke (hab ich ausprobiert) oder Spülmittel (hab ich nicht versucht) einreiben, oder auch mit Wasser besprühen.

4. Grundsätzliches und Tips

Seife entsteht durch das Vermischen von Öl und Lauge. Das klingt so einfach, wie es auch ist. Normalerweise ist die Hälfte der verwendeten Öle fest, die andere Hälfte flüssig. Da jedes Öl eine andere Verseifungszahl hat, muß man alles grammgenau abwiegen und dann mittels des Seifenrechners berechnen, wieviel Lauge man dazurühren muß, um Seife zu erhalten. Lauge entsteht durch das Vermischen von Ätznatron/NaOH (das meist in kleinen Kügelchen geliefert wird, damit man den Staub nicht so schnell einatmen kann) und einer Flüssigkeit. Die Menge der Flüssigkeit beträgt etwa ein Drittel der Gesamtfettmenge und wird ebenfalls vom Seifenrechner ermittelt.
NaOH berechne ich mit meinen grammgenau gemessenen Mengen immer mit dem Seifenrechner nochmal nach! Dabei nehme ich meist eine Überfettung von 5-6%. Das heißt, daß 5-6% des Öls im Rezept nicht verseift werden und die Haut pflegen, allerdings auch ranzen können. Zum Anrühren der Lauge sollte man destiliertes Wasser nehmen. Ich nehme Leitungswasser, weil wir sehr weiches Wasser haben (Heidesand!). Allerdings riskiert man damit Ranz, der auch durch leichte Verunreinigungen des Wassers hervorgerufen werden kann.
Fette/Öle: Die Bezeichnung Palmöl verwirrte mich anfangs, denn Palmöl ist fest, und nicht flüssig. Beide Begriffe, Fett und Öl, meinen dasselbe. Für meine ersten Seifen habe ich gezielt die Fette mitbestellt, die ich für die festgelegten Rezepte brauchte. Rizinusöl bekommt man auch in der Apotheke, aber schon ab 1kg NaOH lohnt es sich, im Internet zu bestellen. Die Ersparnis ist weitaus größer als die Portokosten, leider (ich würde viel lieber vor Ort kaufen). Auf dem Bild seht Ihr ein paar Öle, die ich im Laufe des Jahre angesammelt habe. Das hätte ich nicht tun müssen, denn Seife wird es auch mit dem Grundrezept. Einige Sieder meinen, daß Seifen aus besonders pflegenden Ölen wie Jojoba, Avocado, Mandel usw. besonders pflegend seien. Einige sprechen davon, daß sie zur Erhöhung der Pflegewirkung dann noch ein bestimmtes Öl in kleiner Menge dem Rezept zufügen. Ich frage mich dagegen, woher das Ätznatron wissen soll, welche Öle es verseift, und welche Öle es für die Pflegewirkung (Überfettung) nehmen soll. Fette und ÖleEine überfettete Pflanzenölseife pflegt nach meiner Erfahrung schon sehr gut. Ob diese Wirkung durch besonders teure Öle noch wesentlich gesteigert werden kann, sei mal dahingestellt. (Einige Öle haben einen höheren Anteil an Unverseifbarem als andere. Ob das aber wirklich die Pflegewirkung erhöht, weiß ich nicht.) Ich hab trotzdem einige Öle angesammelt, aus reiner Neugierde, wie sich die verschiedenen Öle in der Seife verhalten. Einige Öle sorgen für Schaum, trocknen aber die Haut aus (zB. Kokos), andere schäumen, aber die Seife wird zu weich (zB Rizinus), wieder andere sind günstig und schaffen Masse (Palm), einige machen die Seife hart (zB. Olive) oder färben (zB. Olive, Lorbeer)... . All das könnt Ihr als Hintergrundwissen brauchen und bei Naturseife.com oder im Seifenforum genauer nachlesen. Zur Überlegung, wie stark Ihr Eure Seifen überfetten wollt, solltet Ihr wissen, daß eine hohe Überfettung die Rückfettung/Pflegewirkung der Seife verstärkt, aber den Schaum verhindert. Außerdem können die unverseiften Ölanteile einer Seife ranzen. In meinen Augen ist auch eine wenig schäumende Seife qualitativ "gut", da sie weniger von Aussehen, Duft oder der Verwendung von biologischen Ölen abhängt als von der Zutatenliste. Ob das, was an Bioölen besser ist, nach dem Verseifungsprozeß, der eine exotherme Reaktion darstellt, noch verhanden ist, weiß ich nicht. Bioöle tun der Umwelt natürlich allgemein gut, weil sie die Landschaft schonen. Aber ob sie besser waschen oder pflegen, weiß ich nicht. Ich bevorzuge eine übersichtliche und verständliche Zutatenliste, z.B. ohne Alkohol, Weichmacher, Erdöl, allergieauslösende Aromen, zugesetztes Glycerin (das ist in Naturseife nämlich sowieso drin, wenn man es nicht künstlich entzieht) oder Konservierungsstoffe - das ist für mich echte Qualität.
Fettstangen bestehen zum großen Teil aus Palmöl. Das ist umweltschädlich, da dafür Regenwald stirbt. In den Rezepten steht meist Palmfett, ich nehme aber immer Fettstangen und gebe im Seifenrechner dafür Macadamiaöl ein. Das Schweineschmalz habe ich auch als Macadamia berechnet, Distelöl soll in der Verseifungszahl dafür aber noch besser passen.
Formen befette ich meist, wenn sie nicht mit Plastikfolie ausgeschlagen sind. Meine selbstgebaute Seifenform ist aus Siebdruckplatte. Die Beschichtung ist nicht laugenfest gewesen. Man kann prima in Holzkästchen aller Art sieden, und auch Stapelchipsdosen eignen sich gut. Wenn man dann noch ein Loch mit einem Strohhalm in die Seife bohrt, kann man sie auffädeln und aufhängen. Silikonformen sind prima. Allerdings nehmen sie das Duftöl an und schmecken danach. Auch ich als notorischer Duftölvergesser trenne deswegen zwischen Seifen- und Küchensilikon. Bei Plastik ist es ähnlich. Nur Edelstahl kann nach dem Kontakt mit Lauge oder Seifenleim evtl. noch für was anderes verwendet werden.
Bestellen tue ich gerne bei BHW, weil das NaOH dort nur die Hälfte von dem kostet, was unsere Apotheke im Ort dafür haben möchte. Technisches NaOH reicht aus. Dort bestelle ich auch meine verseifungsfesten Duftöle. Günstiger, dafür langsamer und mit weniger Service ist Gisella Manske.
Meine Seifenformen habe ich von Seifenformen.de. Silikon ist wirklich am besten, aber die Auswahl bei den Milkywaymolds aus durchsichtigem Plastik gefällt mir mehr.
Färben tue ich meine Seife normalerweise mit den Farbpigmenten der Firma Holzweg. Sie sehen wie Gewürze aus, und ich rühre sie normalerweise in etwas Öl an, das ich von der abgewogenen Ölmenge abgenommen habe. Die Farben hatte ich mir mal zum Wändelasieren im Ökoladen gekauft:
Pigmente der Firma Holzweg







Es gibt bislang kaum Bücher über's Seifensieden. Die meisten "Kreativsets" verwenden fertige Seife, die geformt und gefärbt werden soll. Kein Kommentar.
Diese Bücher sind dagegen sehr zu empfehlen:

NaturseifeSeifenwerkstatt
Das saarländische SeifenbuchSeifenweltSeifen - selbst gemacht

5. Links

- Anleitungen:
   www.Naturseife.com (DIE Seifenseite incl. Anleitung, Sicherheitshinweisen und Rezepten), das neue Seifenforum Seifentreff, die Seifenschule, Seifenformen, und das Seifen-Wiki
- Einkauf Zutaten: (guckt aber auch im Seifenforum nach, da gibt es gute Linklisten)
BHW (BeHaWe) alles schnell und tadellos
- Einkauf Formen:
   www.Seifenformen.de, Salina, Blockformen und Seifenschneider, sonst kann man auch bei etsy, ebay oder dawanda nach Silikonformen suchen.
- Einkauf allgemein:
  getöpferte Seifenschalen von Silkeramik: wunderschön UND auch noch funktional, was will man mehr!

Seifenschale von www.silkeramik.de
  www.EasyOrdner.de: Hier kann man seinen Ordner wie ein Fotobuch gestalten. Die Qualität rechtfertigt Aufwand und Preis.
SeifenordnerSeifenordner

...und besonders diesen Seifenladen: Spagyrische Naturkosmetik (die Zahnseife ist gut und schmeckt sogar)
- und nur mal zum Gucken:
  Nancy aus Kanada (NancyToday) zeigt, wie man nicht sieden sollte. Hier allerdings mein Lieblingsvideo von ihr "How to dress".